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Ein Frühling zum Vergessen

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Autofahrer – und nicht nur die – werden gestern Morgen große Augen gemacht haben, als sie das Haus verlassen haben. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sorgten für zugefrorene Fensterscheiben und Raureif in den Höhenlagen. Doch ist der Mai wirklich so viel schlechter als in den Vorjahren?

Temperaturen um den Gefrierpunkt und Regengüsse, die kein Ende mehr nehmen und ganze Wohnsiedlungen unter Wasser setzen (das Tageblatt berichtete). Nein, dieser Mai wirkt eher wie ein Februar. Cabrio- und Grillwetter? Fehlanzeige. Doch ist die Bilanz dieses Frühlings wirklich so durchwachsen bzw. durchnässt? Ja, ist sie. Das jedenfalls lässt sich aus den Zahlen von MeteoLux ableiten. Doch der Reihe nach.

Der lange Winter zog sich bis in den März (und darüber hinaus) und ließ das Quecksilber im Mittel bei 1,6 °C verharren. Das liegt deutlich unter dem Durchschnittswert der Vergleichsperiode von 1981 bis 2010. Über die Jahre hinweg ergibt sich für den März eine Durchschnittstemperatur von immerhin 5,2 °C.

Wenig rekordverdächtig hingegen die Messungen der Regenmenge (47,3 Liter/m2, im Schnitt 69,6 l/m2) und der Sonnenstunden (109,6, im Schnitt 125,1 Stunden). Der April leistete sich keine groben „Auffälligkeiten“. Temperatur und Niederschlagsmengen lagen im Bereich des Durchschnitts, allerdings wurden 16,9 Sonnenstunden weniger verzeichnet als im Mittel.

Mehr Regen als sonst

Was wohl keinem entgangen sein dürfte, bestätigen die vorläufigen Zahlen für den Wonnemonat Mai aus. Fielen über die letzten 30 Jahre hinweg zwischen Jahresanfang und dem 23. Mai 77,3 Liter Regen/m2, waren es in diesem Jahr bereits ganze 146 Liter/m2.

Von einem Rekord sind wir jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Der liegt bei 189,7 Litern/m2 im Jahr 1988 und wird aller Voraussicht nach auch nicht mehr gebrochen. Zwischen 10 und 15 l/m2 sind laut den Experten vom Findel noch bis Monatsende zu erwarten.

„Im Monat Mai wurde bislang kein Rekord gebrochen. Und doch war der Monat bereits jetzt viel zu nass und zu kühl. Außerdem liegen wir weit hinter dem Durchschnitt, wenn es um die Sonnenstunden geht“, sagt Martina Reckwerth von MeteoLux.

Schlecht, aber nicht
rekordverdächtig

Erreichen lässt sich dieser nicht mehr. 212,9 Sonnenstunden wurden im Schnitt über den Vergleichszeitraum gezählt, 2012 waren es bis zum 22. Mai 265,6 Stunden. Zum Vergleich: In diesem Jahr schaffte es die Sonne gerade mal 86,1 Stunden durch die Wolkendecke. Damit schrammen wir nur knapp am Negativrekord von 1983 mit 82,6 Stunden vorbei. Der Eindruck, der Mai sei vergleichsweise kühl gewesen, täuscht. Im Schnitt wurde ein Mittel von 11°C gemessen, was fast auf dem Niveau der Vergleichsperiode liegt (13°C).

Auch für den Rest des Monats bleibt das Wetter unbeständig, allerdings steigen die Temperaturen wieder langsam an. Heute schwankt das Quecksilber zwischen 12°C im Ösling und 15°C an der Mosel. Allerdings ist mit Regenschauern zu rechnen, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 70 Prozent.

Der ausführliche Wetterbericht mit der Vorhersage für die nächsten fünf Tage ist auf Seite 10 dieser Ausgabe nachzulesen.