Dienstag20. Januar 2026

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Effiziente Pflege -gläserner Patient

Effiziente Pflege -gläserner Patient

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LUXEMBURG - Alle Pflegevorgaben des Patienten mit einem einzigen Knopfdruck abrufen. Seit Mai ist das beim Pflegenetz „Help“ möglich.

Dies mit einem integrierten Patientendossier, das die Pflege einfacher und einheitlicher macht. Die Frage, ob der Patient dadurch noch „gläserner“ ist als bisher, haben die Verantwortlichen verneint.

Den Patienten so lange und so gut wie möglich zuhause versorgen. Das hat sich der Pflegedienst „Help“ auf die Fahne geschrieben. Und das geht am besten, wenn das Pflegepersonal zu jeder Zeit und so schnell wie möglich über komplette und aktuelle Angaben zur Krankenakte des Patienten verfügt. Deshalb hat „Help“ sich ein sicheres, modernes und effizientes informatisches Instrument gegeben, mit dem es diesen Ansprüchen gerecht wird. Aus Rücksicht auf das Pflegepersonal sind alle Informationen auf Französisch und auf Deutsch.

Effizienz

Die Ängste, dass der Patient dadurch „durchsichtig“ wird, seine Krankheitsakte zu einfach zugänglich und somit der Personenschutz nicht mehr gewährt wird, lässt „Help“ nicht gelten. Die Vorgehensweise sei von der Datenschutzkommission genau geprüft worden. Die medizinische Akte beinhalte keine vertraulichen Angaben. Sie erlaube es jedoch, im akuten Notfall den behandelnden Arzt oder das Krankenhaus mit topaktuellen Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten zu versorgen.

„So besteht nur ein einziges und einheitliches Dossier, zu dem alle Pflegedienste Zugang haben“, beschreibt Projektleiter Brice Goedert seine Arbeit.

Pionier

„Help“ sei ein Pionier auf dem Gebiet der Pflege geworden, meinte der Präsident des Netzes, Paul Bach, verschwieg jedoch, dass die direkte Konkurrenz die gleiche Methode anwendet.

Das mache auch Sinn, bestätigte die Direktorin des Pflegebereiches des Roten Kreuzes, Catherine Gapenne. Das Rote Kreuz ist Partner von „Help“, Gapenne war mit führend bei der Ausarbeitung des Konzeptes, das sich als Baustein im Aufbau einer landesweiten Vernetzung der medizinischen Akten versteht.

„Neben dem Datenschutz sind auch Effizienz und schnelle Reaktionsfähigkeit wichtig“, bestätigte Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo. Die „geteilte und vernetzte Akte“ sei ein hervorragendes Basisinstrument, um Planung, Sichtbarkeit und Diagnose an den bestehenden Erfahrungen festzumachen, unterstrich der Minister, der das Land bis 2014 vernetzen möchte.

Die Rechte des Patienten seien genau festgehalten, die elektronischen Daten so abgesichert, dass sie im Endeffekt viel sicherer seien als Papierunterlagen. Diese können verloren gehen oder beschädigt werden und seien letztendlich viel einfacher zu knacken als eine elektronisch gesicherte Akte, die jedem Akteur nur die Informationen gewährt, auf die er im Rahmen seiner Pflege ein Anrecht hat.