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«Dynamik, Verlässlichkeit, Kompetenz»

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Die Aleba feierte am Donnerstagabend im „Musée national d’histoire et d’art“ in Luxemburg-Stadt ihr 95-jähriges Bestehen. Die Gewerkschaft aus dem Bankensektor blickte auf fast ein Jahrhundert historischer Entwicklungen im Finanzbereich zurück.

Aleba-Präsident Marc Glesener legte besonderes Augenmerk auf die Geschichte der Kollektivverträge, die einen zentralen Aufgabenbereich der Gewerkschaft darstellen. 1967 wurde in Luxemburg bei den Versicherungen und den Banken der erste Kollektivvertrag unterschrieben. Über die Jahrzehnte hinweg seien die Kollektivverträge im Finanzsektor Vorreiter von wichtigen Entwicklungen in der Arbeitsgesetzgebung gewesen, erklärte Glesener. Zudem hätten sie erheblich zur finanziellen Gleichstellung zwischen Mann und Frau beigetragen.

1918 wurde die Aleba als Struktur in der Privatbeamtengewerkschaft FEP gegründet. 1977 hat sie sich als eigenständige etabliert. Seit der neuen Gesetzgebung von 2004 gilt sie als sektoriell repräsentativ, was bedeutet, dass die Gewerkschaft das Recht erhielt, alleine einen Kollektivvertrag zu unterschrieben.

Gewerkschaftliche Transparenz, Verlässlichkeit, Dynamik und Kompetenz seien die Leitlinien und Trümpfe der Aleba in den vergangenen 95 Jahren gewesen und dieser Philosophie wolle man auch in Zukunft treu bleiben, schlussfolgerte Glesener.

Herausforderungen für die Zukunft

Arbeitsminister Nicolas Schmit unterstrich, dass das Jahr 1918 ein Jahr von Turbulenzen war. Auch heute stehe der Bankensektor durch das sich ändernde fiskale Umfeld – Stichwort Bankgeheimnis – vor großen Herausforderungen. Schmit erklärte, er glaube an die Zukunft des Finanzsektors. Dabei sei die Stabilität im Bankensektor im Interesse Luxemburgs und deswegen werde eine internationale Reglementierung benötigt.

Um in Zukunft erfolgreich zu sein, brauche der Luxemburger Finanzplatz hoch qualifizierte Mitarbeiter, was die Politik vor die Herausforderung der Ausbildung von jungen Leuten stelle, so Schmit weiter. Auch müsse man auf Innovation setzen und schnell reagieren können. Der Arbeitsminister warnte aber auch vor den Risiken des «Outsourcing» und der Interimsarbeit, die zu einer steigenden Präkarität führen. Schmit erwähnte natürlich auch die Angestellten, die derzeit von Sozialplänen im Bankensektor betroffen sind. Man müsse diesen Menschen helfen, so schnell wie möglich einen neuen Job zu finden, so der Minister.

Anschließend analysierte der Luxemburger Historiker Denis Scuto die Geschichte des Syndikalismus in Luxemburg. Während des Vortrags hob Scuto hervor, dass das Luxemburger Modell im vergangenen Jahrhundert nicht unabänderlich und auch nicht das Resultat von «Friede, Freude, Eierkuchen» war, sondern das Resultat von gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen.