Hartnäckig wird vor Gericht die sogenannte Spur Ben Geiben erörtert. Geiben, der erste Chef der Brigade mobile der Gendarmerie (BMG), war bereits während der Anschlagsserie 1984-1986 tatverdächtig. Ermittlungen sollten jedoch nichts ergeben. Den konkretesten Anhaltspunkt sahen die Ermittler am 19. Oktober 1985. Damals war Geiben, der in Brüssel arbeitete, nach Luxemburg gekommen, wo die Sicherheitskräfte eine Observation gegen ihn einleiteten. In jener Nacht explodierte vor dem Justizgebäude in der Atstadt eine Bombe.
Neben Geiben wurde auch der damalige stellvertretende BMG-Chef Jos Steil beobachtet. Dieser habe jedoch einen der Beamten des Geheimdienstes erkannt, sagte am Montag Ermittler Carlo Klein. Steil verstarb 2004 an den Folgen einer Krebsterkrankung. Steil sprach von Geiben als einen Mann mit einem labilen Charakter.
Geiben wurde auch in Brüssel observiert. Dies hatte der Betroffene selbst erkannt, sagte er spätern den Ermittlern. Er habe einen Wagen mit Luxemburger Kennzeichen gesehen. Die beiden Insassen seien Kriminalbeamte gewesen.
Ein Alibi seines Freundes
Geiben war zum Zeitpunkt der Explosion am 19. Oktober 1985 nicht am Tatort. Seinem Lebensgefährten Pit Spielmann zufolge befand er sich mit Geiben in einem Hotel auf Kirchberg.
Die Aussagen Spielmanns gegenüber den Ermittlern 2004/2005, als die Untersuchungen im Dossier Bommeleeër wieder aufgenommen wurden, sollten Thema der Gerichtsverhandlung am Montag sein. Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen befasste sich Ermittler Carlo Klein mit den Anhörungsprotokollen zu Geiben.
Aus dem Bericht geht unter anderem hervor, dass Geiben eigenen Aussagen zufolge an keinen Kursen über offensives und defensives Sprengen teilnahm. In der Brigade mobile der Gendarmerie sei auch niemals der Bau von Sprengfall gelehrt worden.
BMG: Auf Wunsch des Ministers
Die Gründung der BMG führte Geiben, der später Kurse beim FBI absolvierte, auf den ausdrücklichen Wunsch des damaligen Armeeminister Emile Krieps (DP) zurück. In jenen Jahren seien ähnliche Spezialeiheiten im Ausland gebildet worden.
Dass er die BMG verließ, führte Geiben auf private Gründe zurück. Seine Homosexualität sei zu keinem Zeitpunkt als Druckmittel gegen ihn verwendet worden.
Zu Demaart
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