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Die Reinigungskräfte fordern Respekt

Die Reinigungskräfte fordern Respekt

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Der Reinigungssektor in Luxemburg ist bereits seit Monaten durch einen anhaltenden Sozialkonflikt gekennzeichnet. Das Ausmaß des Unmuts zeigte sich am Sonntag beim Aktionstag des OGBL-Syndikats „Nettoyage“ im Bonneweger Casino syndical.

„Wir wollen Respekt“, erklärte Estelle Winter vor rund 600 Angestellten des Reinigungssektors. Der Dialog mit der „Fédération luxembourgeoise des entreprises de nettoyage de bâtiments“ sei unmöglich, da diese sich geweigert habe, Verhandlungen aufzunehmen. Auch der Gang zum Schlichter hat keine Fortschritte gebracht. Durch diese Haltung des Reinigungspatronats seien die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag (der bestehende war bereits Ende April 2013 ausgelaufen) blockiert.

„Sie wollen uns keine Anerkennung geben. Ihre Haltung ist ‚arbeite und sei still’“, empörte sich Estelle Winter vom OGBL-Syndikat „Nettoyage“.

Kein Dialog möglich

Der Vorschlag der Gewerkschaft, eine Analyse der wirtschaftlichen Lage des Sektors und der Bedürfnisse der Teilzeitangestellten vorzunehmen, sei ebenfalls abgelehnt worden. Die steigende Zahl der Reinigungsbetriebe in den letzten Jahren sowie die Verdoppelung der Anzahl der Angestellten innerhalb von 12 Jahren seien Anzeichen, dass es dem Sektor wirtschaftlich gut gehe, kritisierte Winter.

Der OGBL fordert lineare Gehaltserhöhungen von jeweils 1,5 Prozent in den Jahren 2014, 2015 und 2016. Das Syndikat kämpft zudem für eine Reduzierung der Flexibilität bei der Teilzeitarbeit, mehr Urlaubstage sowie eine Verbesserung der „prime d’assiduité“.

Eine weitere Forderung ist die Umsetzung des Gerichtsurteils vom 27 Juni 2013. Dieses hält fest, dass eine Person nach zehnjähriger Berufspraxis im Bereich Gebäudereinigung ein Anrecht auf den qualifizierten Mindestlohn hat. Das Urteil wurde damals zwar als Erfolg für die Reinigungskräfte gewertet, das Problem ist allerdings, dass die Firmen es nicht applizieren. „Wir werden zeigen, dass wir keine ‚quantité négligeable‘ sind. Der Dialog mit dem Patronat ist auf dem Nullpunkt, doch noch ist Zeit, zu reagieren. Wir werden weiter mobilisieren. Das nächste Mal, wenn wir uns wiedersehen, wird es nicht in einem Saal sein, sondern auf der Straße“, mahnte Winter. Ein Streik des Reinigungspersonals ist weiterhin nicht ausgeschlossen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.