in neues öffentliches Auftreten (aus P&T wurde die Post, das Logo wurde geändert) versinnbildlicht den Wandel, der bei der Post in den letzten Jahren und Monaten stattgefunden hat. Gestern nahm dann Generaldirektor Claude Strasser – flankiert von Hjoerdis Stahl und Pierre Zimmer – die Gelegenheit wahr, um einen Blick auf 2013 zu werfen und ein bisschen in die Zukunft zu schauen.
Konkrete Geschäftszahlen wurden allerdings nicht vorgelegt – dies passiert traditionellerweise immer erst Mitte des ersten Halbjahres. Dass die Bäume allerdings auch bei der Post nicht mehr in den Himmel wachsen, daraus macht die Direktion keinen Hehl. Zum einen hängt dies mit dem Rückgang im klassischen Postgeschäft zusammen, zum anderen auch, weil die Post immer noch hohe Investitionen – vor allem im IT-Bereich – fährt. Die Rede war hier von 200 Millionen für das abgelaufene Jahr.
Die Präsenz von Stahl und Zimmer war kein Zufall.
Ausbau der Verteilungsdienste
Hjoerdis Stahl, die vor einem halben Jahr als Leiterin des Luxair-Cargo-Centers zur Post wechselte, hat hier den Bereich „Post Courrier“ übernommen. Viel wurde bereits gemacht, um den traditionellen Postbereich fit gegenüber dem Mehr an Wettbewerb zu machen. Dass sich die Post allerdings nicht damit zufrieden gibt, ganz klassisch nur Brief- und Paketdienst zu machen, scheint klar. Einerseits ist der Briefverkehr seit Jahren rückläufig (in der Regel um 3 bis 5 Prozent), andererseits wächst die Konkurrenz durch die EU-weite Liberalisierung in diesem Sektor. Gestern nun wurde bekannt, dass 13 neuen Unternehmen vom ILR (Institut luxembourgeois de régulation) die Genehmigung erteilt wurde, in diesen Geschäftsbereich einzusteigen. Es sind dies: bpost SA de droit public, CitEx SARL, Dintec Distribution SARL, Dintec Preparation SARL, DPD (Luxembourg) SARL, ECS logistic SARL, Express Road SA, La Poste The International Mail Solution, Lentz multimodal SA, Michel Greco, MPK Luxembourg SARL, Overnight Euro Express und TNT Express Luxembourg SA.
Schon seit geraumer Zeit ist man dabei, darüber nachzudenken, die Kapazitäten der Post bei der Verteilung auch auf andere Güter bzw. Dienste auszubauen. Konkretes hierzu gab es gestern allerdings nicht. Die Projekte seien noch in der Ausarbeitung, hieß es. Und hier spielt Hjoerdis Stahl eine besondere Rolle, die schon bereits in ihrer Zeit beim Cargo-Center unter Beweis gestellt hatte, dass sie im Bereich der Logistik viele neue Projekte anstoßen kann.
Die Referenz im ICT-Sektor
Im November kam dann Pierre Zimmer, der ehemalige Direktor des „Centre des technologies de l’information de l’Etat“, als neueste Groß-Verstärkung auf Managerebene zur Post.
Die Post möchte die Referenz im ICT-Sektor in Luxemburg werden, und zwar nicht nur im Bereich der Infrastruktur (Mobilfunknetze, Datacenter etwa), sondern auch bei den Dienstleistungen. Zimmer soll die Post nicht nur als nationalen, sondern auch internationalen Player in diesen wichtigen Kernbereichen nach vorne bringen.
Ein weiteres Ziel der Post umfasst quasi sämtliche Bereiche des mittlerweile zur „Krake“ ausgewachsenen Unternehmens. Stichwort „Kundenbetreuung“. Man sei dabei, auf allen Ebenen den Kundenkontakt zu überdenken. Das betrifft natürlich die Callcenter, die Maildienste, aber auch die Postbüros und Shops im Land. Die Post gibt vor, sich bei Letzterem an die neuen Lebensgewohnheiten der Kunden adaptieren zu wollen. Dabei soll zwar eine Reorganisation der Standorte und der Öffnungszeiten im Raum stehen, allerdings soll die Präsenz eher erhalten statt abgebaut werden.
Was passiert mit dem CCP?
Bereits seit einiger Zeit macht man sich Gedanken um die Finanzdienstleistungen der Post. Es sind vor allem die niedrigen Zinssätze, die hier Druck erschaffen. Man möchte allerdings weiterhin nicht den Weg gehen, der zum Aufbau einer richtigen Postbank führen könnte. Bereits vor zwei Jahren hatte der ehemalige Verwaltungsratspräsident Gaston Reinesch darauf hingewiesen, dass es dann „zu viele Institute mit staatlicher Beteiligung auf dem einheimischen Markt“ gebe.
Man ist bei der Post allerdings dabei, für die „CCP“ eine Lösung zu suchen. Diese könnte über ein neues Modell erfolgen, etwa auch über den Weg einer Partnerschaft mit einer Bank. Ob dies so sein wird und um welchen Partner es sich denn handeln könnte, ist noch nicht publik, auch wenn naheliegt, dass der Aktionär der Post – also der Staat – auch Besitzer einer Bank ist.
Zu Demaart
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