Die Logistikbranche gehört mit dem Informations- und Telekommunikationssektor sowie dem Biotech-Bereich zu den drei Säulen, auf denen nach dem Willen der Regierung die Luxemburger Wirtschaft künftig wesentlich stärker ruhen soll. Immerhin sollen in der Branche im Großherzogtum mittelfristig rund 5.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Am Mittwochabend fand in der „Chambre de commerce“ der „Logistics Autumn Evening“ statt, bei dem es um die Sicherheit im Logistiksektor geht.
Pharmaprodukte
„Die Sicherheit in der Logistik spielt eine entscheidende Rolle“, sagte Carlo Thelen, Präsident des Cluster for Logistics Luxembourg. Vor allem bei Pharmaprodukten ist die strikte Einhaltung der Kühlkette von großer Bedeutung.
Schließlich hat sich auch der Cargobereich auf dem Flughafen Findel auf Pharmaprodukte spezialisiert und die international höchste Zertifizierung für das Handling von Pharmaprodukten erhalten.
„Ebenso wichtig ist der Schutz anderer hochwertiger Güter“, so Thelen weiter. Die Zahl der Diebstähle nehme schließlich sowohl direkt in den Lkws als auch in den Lagerhallen zu. „Das bringt auch die Fahrer in Gefahr“, sagte Thelen. Der Logistiksektor ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden.
Höchste Standards in Luxemburg
Beschränke er sich vor einigen Jahrzehnten noch hauptsächlich auf den reinen Transport und die Lagerung von Gütern, so kamen in der Zwischenzeit eine Vielzahl weiterer Dienstleistungen in der Logistik hinzu.
Die „Good Distribution Practice“ (GDP) ist einer der Schlüssel zum Erfolg eines Produkts. So reicht es heute nicht mehr, dass die Produktions- und Lagerungsprozesse optimal sind, auch die Distribution muss korrekt abgestimmt sein.
Nur wenig Wissen
„Der Schwachpunkt, den wir immer wieder feststellen, ist, dass die Hersteller von Pharmaprodukten wenig über Logistik wissen“, erklärte Tony Wright, CEO von Exelsius, einem Unternehmen, das in der Kühllogistik tätig ist. „Die Pharmaunternehmen und wir als Logistiker müssen verzahnter arbeiten.“
Einer Umfrage unter Pharmaunternehmen zufolge steht die Qualität bei der Auswahl eines Logistikunternehmens an oberster Stelle. Die Qualität eines Logistikdienstleisters ist dabei wesentlich entscheidender für die Pharmaindustrie als sein Preis oder seine Fähigkeit, weltweit Transporte durchzuführen.Um diese hohen Standards zu erreichen, sind vor allem Investitionen in die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern erforderlich.
„Wenn die Beschäftigten lernen, was sich in den Lieferungen befindet und wofür es gut ist, dann funktionieren auch die Arbeitsabläufe besser“, erklärte Wright. „Denn schließlich darf man nie vergessen, dass am Ende der Logistikkette im Pharmabereich immer ein Mensch steht, für den diese medizinischen Produkte gedacht sind.“
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