Donnerstag22. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Dennewald fordert mehr Investitionen

Dennewald fordert mehr Investitionen

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Die öffentlichen Finanzen müssen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden und die Unternehmen wieder mehr investieren. Das sind einige der Forderungen des Fedil-Präsidenten Robert Dennewald.

Das gegenwärtige internationale Umfeld macht dem Präsidenten der Luxemburger Industriellen- Vereinigung Fedil, Robert Dennewald, Sorgen. „Für die Wirtschaft in Luxemburg sind die Aussichten trübe“, so der Cheflobbyist des Verbandes.

Arbeitsproduktivität
Die Produktivität der Arbeit bemisst sich, vereinfacht gesagt, an der produzierten Menge von Gütern pro gearbeitete Einheit, z.B. in einer Stunde.
Werden pro Einheit mehr Güter produziert, steigt die Arbeitsproduktivität, werden weniger produziert, sinkt sie.
In Zeiten schwachen Wachstums wird oftmals weniger hergestellt als in Zeiten des Booms.
Jedoch entlassen viele Firmen ihre Mitarbeiter nicht gleich, wenn sich ihre Auftragslage verschlechtert, sei es weil Kündigungen gesetzlich schwierig sind, sei es, weil sie qualifizierte Arbeitskräfte halten wollen.
Wenn also die produzierte Menge zurückgeht, aber die Belegschaftszahl konstant bleibt, geht automatisch die produzierte Menge pro Arbeitseinheit zurück und damit die Arbeitsproduktivität.
Dabei handelt es sich um einen rein mechanischen Effekt, der nichts mit einem Abfall der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu tun hat.
Bei wieder anziehendem Auftragsvolumen steigt dann die Arbeitsproduktivität wieder. (kö/Tageblatt.lu)

Die Unternehmen seien ein wichtiger Teil der Lösung zur Überwindung der derzeitigen Wachstumsschwäche, in der trotz steigender Beschäftigtenzahlen die Arbeitslosenquote konstant hoch bliebe.

„Heute beträgt das Wachstum in Luxemburg leicht über zwei Prozent“, so Fedil-Direktor Nicolas Soisson. „Für 2015 rechnet Statec mit vier Prozent, doch das ist angesichts der aktuellen Situation meiner Meinung nach zu optimistisch.“

Arbeitslosenquote weiterhin hoch

Nach Schätzungen von Eurostat dürfte das Wachstum in der Eurozone jedoch in den kommenden Jahren weiter bei knapp unter zwei Prozent liegen und damit in etwa so hoch wie in diesem Jahr. In den vergangenen Jahren habe die Produktivität der Luxemburger Unternehmen zwar gelitten, das sei aber vor allem dem Rückgang der Produktion geschuldet, ohne dass Personal im gleichen Maße abgebaut worden sei.

Insofern ist die geringere Arbeitsproduktivität vorrangig auf einen mechanischen Effekt zurückzuführen – eine Situation, die sich aber bei steigender Produktion wieder verbessern wird.

Rückgang der Investitionen

Problematisch ist nach Ansicht der Fedil auch der Rückgang der Investitionen.

Das hängt zwar zum einen mit der schleppenderen Kreditvergabe der Banken zusammen, aber vor allem mit den schlechteren Zukunftsaussichten der Betriebe. „Eine Investition ist immer auf einen langen Zeitraum von fünf, zehn oder mehr Jahren angelegt“, so Dennewald weiter. „Heute hat man in der Regel aber gerade einmal einen überschaubaren Horizont von drei bis sechs Monaten. Diese geringere Vorhersehbarkeit ist ein gewichtiger Hemmschuh für Investitionen.“

Fedil: «Firmen tragen die Hauptlast»

Nach Leseart der Fedil hätten zudem die Unternehmen in Luxemburg die Hauptlast der Wirtschaftskrise getragen. Die Tatsache, dass die Betriebe in den vergangenen Jahren erheblich weniger Steuern gezahlt hätten, zeige deutlich, dass die Unternehmensgewinne zurückgegangen sind, während das Aufkommen der Einkommenssteuer gestiegen sei.

Das hinge vor allem mit der steigenden Beschäftigtenzahl wie auch dem Indexmechanismus zusammen.

Damit die Wirtschaft sich wieder erholt müssten alle, Arbeitgeber, Regierung und Gewerkschaften an einem Strang ziehen. „Es gibt kein Gegeneinander, sondern nur ein Miteinander“, so Dennewald, nur um diese Aussage gleich wieder zu relativieren und die Regierung aufzufordern, das Gesetzesprojekt zu mehr Mitbestimmung der Belegschaft in den Betrieben wieder zurückzuziehen.

Von einem „Miteinander“ scheint der Fedil-Cheflobbyist also ganz eigene Vorstellungen zu haben.

Hoffen auf die administrative Vereinfachung

Weniger Probleme hat man bei der Fedil hingegen mit den Lohnkosten in Luxemburg. Zwar seien diese höher als in vielen anderen europäischen Ländern, doch die niedrigeren Lohnnebenkosten glichen das wieder aus. Große Hoffnungen setzt der Fedil-Präsident auf das Gesetz zur administrativen Vereinfachung.

„Es darf nicht sein, dass bis zu Erteilung einer Betriebsgenehmigung bis zu 24 Monate vergehen können und dann im Anschluss weitere 24 Monate, bis die Baugenehmigung erteilt wird. Das ist nicht gut“, so Dennewald.

Insofern sei die Entkopplung von Betriebs- und Baugenehmigung wichtig.