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Bauern wird massiv geholfen

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Um der Landwirtschaft unter die Arme zu greifen, hat die Regierung ein Rettungsprogramm beschlossen, welches sowohl direkte, punktuelle als auch mittelfristige, strukturelle Maßnahmen enthält.

Claude Molinaro

Nach den Beihilfen für den Milchsektor im vorigen Jahr wird die Regierung nun ihre Unterstützung auf den ganzen Agrarsektor ausdehnen. So profitieren alle Landwirte nun von einer Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge für die Jahre 2009 und 2010.

Diese direkte Beihilfe beziffert sich auf rund 6,7 Millionen Euro. Die Beiträge der Gesundheitskasse sollen zu 90 Prozent, die der Pensionskasse zu 50 Prozent rückerstattet werden.

Vorzugswasserpreis

Daneben wird es auch strukturelle Hilfe geben. Zusammen mit dem Innenminister wurde beschlossen, den Landwirten den vom Gesetz sowieso vorgesehenen Vorzugswasserpreis zu garantieren, sowohl was den Verbrauch wie auch die Abwasserbehandlung angeht. Genaue Zahlen wird es auch hier erst im Herbst geben, präzisierte Landwirtschaftsminister Romain Schneider am Donnerstagmittag der Presse gegenüber.

Im Umweltbereich soll den Landwirten mit schnelleren und einfacheren Prozeduren geholfen werden, ihre Kosten zu senken, so z.B. im Bereich der Bau-Infrastruktur.

Der Minister erinnerte daran, dass wegen der Krise in der Landwirtschaft die Regierung schon auf Sparmaßnahmen verzichtet habe, die den landwirtschaftlichen Sektor direkt betroffen hätten.

Den Einkommensverlust des Agrarsektors für 2009 bezifferte der Minister auf 35 Millionen Euro.

Agrargipfel

Im kommenden Oktober wird ein Agrargipfel aller Beteiligten des landwirtschaftlichen Sektors in Anwesenheit des Premierministers, des Finanzministers und des Agrarministers stattfinden. Das genaue Datum wird später bekannt gegeben.

Eine Arbeitsgruppe aus fünf Ministern (Finanzen, Landwirtschaft, Nachhaltige Entwicklung, Sozialversicherung und Innere Angelegenheiten) wird einen Bericht zur Lage im Sektor ausarbeiten, der auf dem Gipfel diskutiert wird. Auch die diesjährige Ernte wird Thema der Zusammenkunft sein, da, so viel steht jetzt schon fest, die Erträge dieses Jahr nicht gut ausfallen werden.

Die Minister werden dann entscheiden, welche Entschädigungen den Bauern für die Ernteausfälle gezahlt werden. 

Fair Mëllech“ kommt im Herbst 
Am Rande teilte Landwirtschaftsminister Romain Schneider mit, dass die Luxemburger Milchbauern im kommenden Herbst eine neue Milch auf den Markt bringen würden, die „fair Mëllech“. Diese Milch wird etwas teurer sein, doch fließen 10 Cent eines jeden Liters direkt an die Milchbauern. Die Milch wird mit der Bezeichnung „fair Mëllech“ versehen sein, so dass der Konsument selbst entscheiden kann, ober er den Bauern 10 Cent mehr geben will, oder lieber andere Milch kauft.
Die Milchbauern haben sich in der Vergangenheit oft über einen zu niedrigen Milchpreis beschwert, der ihnen kaum erlaube, ihre Kosten zu decken.
Zurzeit liege der Preis bei etwa 30 Cent pro Liter, so der Minister.
Die Idee einer als „fair Mëllech“ gekennzeichneten Milch, die vom LDB („Luxembourg Dairy Board“, „Lëtzebuerger Mëllechbaueren“) stammt, unterstütze er natürlich, sagte der Minister.Das Vorhaben hat das LDB zusammen mit Convis (einer landwirtschaftlichen Tierzuchtorganisation) und dem Handel ausgearbeitet.
Die „neue“ Milch wird voraussichtlich ab November in den Regalen einer luxemburgischen Supermarktkette zu kaufen sein.