Claude Molinaro
Vorige Woche berichtete der für den Wohnungsbau zuständige Minister Marco Schank von den neuesten Zahlen vom Immobilienmarkt. Eine der Hauptaussagen seiner Pressekonferenz war, dass die Preise im 1. Trimester 2010 gegenüber dem 3. Trimester 2009 wieder angestiegen sind.
Der Kaufpreis pro Quadratmeter liegt bei durchschnittlich 4.551 Euro. Dass angesichts des stetig steigenden Bevölkerungsdrucks automatisch die Nachfrage nach Wohnraum wächst, liegt auf der Hand.
Krisenbedingter Rückgang
Ein guter Indikator hierfür ist die Entwicklung der Baugenehmigungen, die laut den Angaben des Wohnungsbauministeriums zwischen 2002 und 2007 stetig angestiegen sind. Einzige Ausnahme war 2006. Nach 2007 kam dann krisenbedingt der Einbruch: Gab es in dem Jahr noch 4.934 Baugenehmigungen, so fielen sie 2008 auf 4.017 Einheiten, wie aus dem Jahresbericht 2009 des Wohnungsbauministeriums hervorgeht. Im vorigen Jahr fiel die Zahl der Baugenehmigungen gar auf den tiefsten Stand seit 2003: ganze 3.695.
Zwischen 1997 und 2007 wuchs die Bevölkerung um 60.000 Einheiten, von 416.350 auf 476.200. In dieser Zeitspanne hat sich das Verhältnis zwischen Einwohnerzahl und Wohnungen geändert. 1997 gab es pro 1.000 Einwohner zusätzlich 2,2 Etagenwohnungen und 2,5 Wohnungen in Einfamilienhäusern.
Zehn Jahre später hat sich der Trend umgekehrt: Gebaut werden jetzt wesentlich mehr Appartements. 2007 gab es zusätzlich 4 Einliegerwohnungen und nur noch 1,9 Unterkünfte in Einfamilienhäusern pro 1.000 Einwohner.
110 Millionen zurück in die Staatskasse
Ein wichtiges Element der öffentlichen Wohnungsbaupolitik sind die staatlichen Prämien. Zwischen 1997 und 2010 hat der Staat seine Bürger mit 172,54 Millionen Euro unterstützt. Diese Summe beinhaltet die verschiedenen Bau-, Anschaffungs-, Spar- und Renovierungsprämien sowie die finanziellen Unterstützungen bei speziellen Vorrichtungen in der Wohnung für Behinderte oder Zusatzunterstützungen für Architektenkosten.
1999 wurden Prämien für 8,5 Millionen Euro ausgezahlt, 2004 stieg diese Summe auf 11,7 Millionen Euro an. Im Krisenjahr fielen diese Unterstützungen wieder unter den Stand von 1999, auf nur noch 7,56 Millionen Euro.
Die durchschnittlich ausgezahlte Prämie beträgt seit 2006 etwa 4.600 Euro.
Um in den Genuss einer staatlichen Unterstützung zu gelangen, muss man die Wohnung mindestens zehn Jahre selber nutzen, was allerdings nicht jedermann tut. Aus diesem Grund wurden zwischen 1989 und 2009 110 Millionen Euro an den Staat zurückgezahlt.
Neben den Kapitalunterstützungen gewährt der Staat ebenfalls Zinsvergütungen. Diese beliefen sich zwischen 1997 und 2007 auf 603 Millionen Euro.
Zu Demaart
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