Dienstag3. Februar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Angeklagter Scheer in der Mangel

Angeklagter Scheer in der Mangel

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Am Montag ging ein spannender Prozesstag mit den Aussagen von Pierre Reuland über die Bühne. Am Dienstag standen die Aussagen des Angeklagten Marc Scheer im Visier der Ermittler beim Bommeleeër-Prozess.

Am Dienstag standen die Aussagen des Angeklagten Marc Scheers im Visier der Ermittler. Seine Aussagen sollen in einigen Punkten widersprüchlich gewesen sein.

Im Zeugenstand geht Ermittler Joël Scheuer auf Vernehmungen von BMG-Mitglieder ein. Darunter auch jene der beiden Angeklagten Marc Scheer und Jos Wilmes. Darin hatte Scheer bereitswillig Auskunft über Sprengtechniken gegeben.

«Schadenfreude»

Am Dienstag stellt Marc Scheer klar, dass er die Funktionswirkung durch einen Lehrgang in Deutschland kenne. Auch soll sich Scheer über den damaligen Wechsel an der Spitze der Gendarmerie lustig gemacht haben. Zur Erinnerung: Alois Harpes tritt Oktober 1985 die Nachfolge von Jean-Pierre Wagner an. Richterin Sylvie Conter fragt sich, ob es Schadenfreude sei. Es kommt zum Schlagabtausch zwischen Verteidigung und Richter.

In Bezug auf das Attentat auf die Gasleitung in Hollerich sagte Scheer bei einer Vernehmung: «De leschte Knuppert war vu mir». Er hatte auch Kenntnis über den Zündmechanismus in Hollerich. Scheer: «Ich kam mit dem Erbgroßherzog von Esch in die Stadt. Wir fuhren sogar am Tatort vorbei.» Scheer ging nicht davon aus, dass der Sprengsatz vorinstalliert war.

Alibi

Danach geht es um das Alibi von Jos Wilmes bei dem Attentat in Hollerich. Dieser soll an jenem Tag krank gewesen sein. Gaston Vogel fragt nach den Beweisstücken von Hollerich. Ermittler Scheuer sagt, dass diese vor dem Jahr 2000 verschwunden seien. Es wird die Frage aufgeworfen: Hat Jos Wilmes die Bombe in Hollerich gezündet? «Das kann doch nicht alles wahr sein. Wir waren es nicht,» so Marc Scheer.

In der Pause ging die Anwältin Lydie Lorang erneut auf den Streitpunkt «Impressionen» ein: «Die beiden Angeklagten sitzen hier aufgrund von Impressionen der Ermittler vor gericht, nicht aufgrund von Fakten.»

Detailwissen

Bei der Befragung zum Attentat auf Findel sprach Marc Scheer von Patrouillen, die damals am Flughafen gemacht wurden. Diese konnte er dennoch nicht mehr zeitlich einordnen. Er selber kannte das Umfeld am Findel gut. Dennoch werden seine Aussagen zu Augenzeugen und Täter als unlogisch eingestuft. Scheer konnte den Ermittlern detailreich erklären, wie der Sprengsatz funktionierte. Laut Ermittler Scheuer hatten nicht mal die Experten ein solches Detailwissen. Scheer wirkte nervös auf Scheuer.

Der Ermittler Scheuer stellt fest, dass Scheer ohne eine Berichtigung seine Aussagen damals unterschrieben hatten. Er hatte damals dementiert, dass die BMG im Raum Militärfriedhof Hamm patrouillierte. Er brachte allerdings sich und Jos Wilmes vor Ort ins Spiel. Scheer hat sich hier, laut Scheuer, widersprochen.

Fehler

«Ich habe die Ermittlungen gegen uns nicht auf die leichte Schulter genommen. Meine lockeren Aussagen waren sicher ein Fehler», so Scheer. Auch Richterin Conter ist mit den Aussagen von Marc Scheer nicht zufrieden. «Sie wurden damals als Zeuge, nicht als Beschuldigter gehört.» – «Heute hätte ich meine Aussagen so nicht unterschrieben», so Scheer.

Laut Ermittler Scheuer gab es im Fall Wilmes und Scheer weder eine Telefonüberwachung noch eine Beschattung. Richterin Conter wundert sich, dass dies nie gemacht wurde.

Am Mittwoch beschäftigt sich das Gericht mit den Aussagen von Jos Wilmes.