Nach 15 Sitzungen wurde am Mittwoch das Urteil im Prozess um den Auftragsmord in Brasilien gesprochen. Angeklagt waren die Witwe des Opfers, Brigitte D. (62) aus Laos und ihre damalige Freundin, Tania M. (54) aus Brasilien, sowie deren Sohn Diego, der mit Komplizen den Auftragsmord am 74-jährigen Immobilienhändler Henri Z. erledigte.
Einige Tage nach einer Messerattacke am Strand von Porto Seguro, war Henri Z. in einer menschenleeren Gasse mit fünf Pistolenschüssen aus nächster Nähe regelrecht hingerichtet worden. Wie Tania M. vor Gericht gestand, war ihr Sohn an diesem Mord beteiligt.
Killer mit Erbschaft bezahlt
Hauptnutznießerin des Mordes war die Ehefrau Brigitte D., die später auch das Geld aus der Erbschaft dazu benutzte, um über Tania M. die beiden brasilianischen Komplizen von Diego M. zu entlohnen, bei denen es sich um professionelle Killer handeln musste, die bestens im Umgang mit Waffen geschult waren.
Nach dem Geständnis von Tania M. packte auch Brigitte D. aus, um nicht allein unterzugehen, so der öffentliche Ankläger Robert Welter. Brigitte D. erwähnte als erste den lange vor dem Mord von Hervé G. und Tania M. geplanten Anschlag auf Henri Z. bei einer Fahrradtour in den Vogesen. Die Mutter von Diego musste also die Pläne ihres Sohnes beeinflusst haben.
Sohn widerspricht seiner Mutter
Auch ihr Sohn widersprach den Unschuldsbekundungen seiner Mutter, indem er aussagte, er hätte schon Monate vorher gewusst, dass der «schwerreiche Gringo» nach Porto Seguro kommen würde, obwohl sich Henri Z. erst sehr spät dazu entschloss, die Freundin seiner frisch angetrauten Gemahlin, die er laut eigenen Aussagen aus dem Rotlichtmilieu «gerettet» hatte, mit auf ihre gemeinsame Hochzeitsreise nach Brasilien zu nehmen.
Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft war die Reise nach Brasilien ein logisches Glied in der kausalen Kette, die zum Mord führte. Für Brigitte D. hatte er wegen ihrer prädominanten Rolle lebenslängliche Haft und für die geständige Tania M. dreißig Jahre Haft gefordert. Am Mittwoch nun wurden Brigitte D. und Tania M. zu jeweils 30 Jahren Haft verurteilt.
Zu Demaart
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