Die globale Umweltschutz-Initiative «Under 2 MOU» wurde anlässlich des Gipfels „Climat et Territoires“, Anfang Juli in Lyon ins Leben gerufen. Hinter dem Projekt steht der Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und der kalifornische Staatssekretär für Umwelt Matthew Rodriguez. Mit der Initiative will man einen Anstieg der globalen Temperaturen um mehr als zwei Grad über das vorindustrielle Niveau verhindert, heißt es. Nun hat sie weitere Anhänger gefunden. 14 Städte, Regionen und Länder unterzeichneten am letzten Donnerstag (Ortszeit) in New York die Dokumente der Initiative.
Die Unterzeichner erklären die Absicht, bis 2050 die Treibhausgas-Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Ursprünglich wurde das «Memorandum of Understanding» zum Klimaschutz im Mai von zwölf Gebietskörperschaften mitgetragen, seit letzten Donnerstag sind es 38. Zu den neuen Unterzeichnern gehören Mexiko-Stadt, New York, San Francisco und Vancouver sowie die Regionen um die nepalesische Hauptstadt Kathmandu und Manchester.
Nationalstaaten machen mit
Ursprünglich zielte die Initiative ausschließlich darauf ab, Akteure auf dem substaatlichen Niveau auf Umweltziele zu verpflichten. Inzwischen ist aber auch Italien mit von der Partie. Luxemburg und die Niederlande wollen in wenigen Tagen hinzustoßen. Auf Anfrage von Tageblatt.lu bestätigte André Weidenhaupt vom Umweltministerium die Information. Umweltministerin Carole Dieschbourg habe am Gipfel in Lyon teilgenommen und beschlossen, dass auch Luxemburg der Klima-Initiative «Under 2 MOU» beitreten wird.
«Der Beitritt von Under 2 MOU ermöglicht Luxemburg, das auf regionalem Niveau im Bereich der Klimabündnis- und Klimapaktgemeinden bereits ähnliche Projekte vorantreibt, den Zugang zu einem großen Netzwerk von Partnern und damit den Zugang zu sämtlichen Innovationen beim Einsatz von erneuerbaren Energien und von Energieeffizienzmaßnahmen in den Bereichen Transport, Mobilität, Infrastruktur und Wohungsbau», erklärt André Weidenhaupt vom Umweltministerium. Initiativen wie «Under 2 MOU» würden bewirken, dass auch lokale und kommunale Akteure im Bereich des Klimaschutzes weiter vorankommen und sich im Rahmen eines Netzwerks austauschen können.
Klimapakt
Der „Pacte climat“, bei dem mittlerweile 95 Gemeinden mitmachen ist ein Konzept, welches die gleichen Ziele als die Initiative «Under 2 MOU» verfolgt. Für ein kleines Land wie Luxemburg mache es durchaus Sinn auch auf staatlicher Ebene bei entsprechenden Initiativen mitzumachen, um es den Gemeinden zu ermöglichen innerhalb von Netzwerken den Erfahrungsaustausch zu pflegen als auch im Bereich von klimafreundlichen Technologien einen Schritt weiter zu kommen, betont der erste Regierungsrat weiter.
Die Ausweitung der Umweltschutz-Initiative «Under 2 MOU» erfolgte vor dem Hintergrund des UN-Nachhaltigkeitsgipfels am letzten Wochenende, bei dem 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Welt bis zum Jahr 2030 verabschiedet wurden. Dabei ging es auch um den Klimawandel. Die Umweltschutz-Initiative möchte die Eintscheidungen der Klimakonferenz in Paris vom 30. November bis 11. Dezember, bei der auf staatlichem Niveau Vereinbarungen zum Kampf gegen die Erderwärmung getroffen werden sollen, beeinflussen.
Die dort von Luxemburg verhandelte EU Position beinhaltet unter anderem ein nachhaltiges Langzeitziel, welches eine Reduktion der Treibhausgase um 50 Prozent bis 2050, bezogen auf das Referenzjahr 1990, vorsieht. Des Weiteren ist eine nachhaltige Klimaneutralität mit mindestens Nullemissionen bis zum Jahr 2100 geplant. Außerdem hat die EU sich auf einen sogenannten «Ambitionsmechanismus» geeinigt, bei dem die von den Staaten vorgeschlagenen Klimaschutzmaßnahmen einer Überprüfung unterzogen werden. Dabei können die Ziele der einzelnen Staaten gegebenenfalls nach oben revidiert werden. Letztlich sei es sowohl für Luxemburg als auch für die EU für einen Erfolg in Paris ausschlaggebend, dass die neue Klimavereinbehrung rechtlich verbindlich ist und dass alle Vertragsparteien daran teilnehmen, unterstreicht André Weidenhaupt abschließend.
Zu Demaart
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