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Kroatien veräppelt Lademacher

Kroatien veräppelt Lademacher

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Der deutsche Investor und Vater von Claire Lademacher, Hartmut Lademacher, hatte vor elf Jahren eine zweistellige Millionen-Summe in Kroatien investiert und scheiterte. Er fühlt sich vom Adrialand betrogen.

Hartmut Lademacher sitzt in seinem Hotel im Fischerdörfchen Maslinica auf der Insel Solta vor den Toren der Hafenstadt Split und ist ziemlich sauer. Seit elf Jahren habe er hier «eine niedrige zweistellige Millionen-Euro-Summe» investiert und «noch keinen einzigen Cent Gewinn gemacht», sagt er deprimiert: «Und jetzt will mir der Staat meinen Besitz wieder wegnehmen.»

In erster Instanz hat der einstige Software-Unternehmer, dessen Vermögen von deutschen Medien auf 600 Millionen Euro geschätzt wird, vor dem Amtsgericht Split seinen Prozess verloren. Und das ging so. 2002 kaufte Lademacher ein ruiniertes Schlösschen Baujahr 1703, das zuletzt als kommunistisches Jugendlager genutzt wurde, in einer internationalen Ausschreibung von der Gemeinde Solta. Gemeinsam mit dem örtlichen Denkmalsamt wurde daraus ein Luxushotel.

Hartmut Lademacher ist der Vater von Claire Lademacher, die im September Prinz Félix aus Luxemburg heiratete. Prinz Félix ist der zweitälteste Sohn von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa. Claire und Félix hatten sich 2001 in einem Schweizer Internat kennengelernt.

Größter Arbeitgeber

Lademacher erweiterte den verfallenen Hafen, dessen 45 Anlegestellen heute oft ausgebucht sind. Viele der insgesamt 20.000 Gäste im Jahr kamen allein wegen des Restaurants. Auf 10.000 Quadratmetern wurde ein botanischer Garten angelegt. Lademacher steht im Grundbuch und ist mit 34 Angestellten der größte Arbeitgeber auf der armen Insel. Als alles fertig war, kam der Staat in Gestalt der staatlichen Forstwirtschaft und behauptete: Das gehört alles uns, weil die Gemeinde das Land als unseren Besitz gar nicht verkaufen durfte.

«Das ist mir noch nirgendwo passiert», sagt resigniert der Investor, der sein Geld in viele Tourismusobjekte in Frankreich, Spanien, der Schweiz und in den USA gesteckt hat. Auch die heimische Presse hatte über den spektakulären Fall wiederholt berichtet. Doch der Leiter der staatlichen Forstbehörde, Ivan Pavelic, bleibt hart: Da könne man nichts machen, das sei eben die Gesetzeslage.

Verwaltung des Staatseigentums

Jetzt hofft Lademacher auf den Artikel 78 des in diesem Juli in Kraft getretenen neuen Gesetzes über die Verwaltung des Staatseigentums. Danach darf ein ausländischer Käufer seinen Besitz behalten, wenn er ihn «in gutem Glauben» von einer staatlichen Stelle wie einer Gemeinde gekauft hat, auch wenn die eigentlich gar nicht der Eigentümer war. Lademachers Familie war zuletzt durch die Heirat von Tochter Claire mit dem Prinzen Félix von Luxemburg auch einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgeworden.

Leider ist der «Fall Lademacher» in Kroatien kein Einzelfall. Das schwedische Möbelhaus Ikea hat erst vor wenigen Wochen mit dem Bau seines ersten Objekts bei Zagreb beginnen können, nachdem es sich volle fünf Jahre mit der Bürokratie herumgeschlagen hatte. «Noch eine zusammengebrochene strategische Investition», klagte vor kurzem Darinko Kosor als Präsident des Stadtrats der Hauptstadt. Die Flughafenmodernisierung durch eine französische Firma kam ein Jahr nicht vom Fleck. Jetzt ist die Investition blockiert, weil die 1045 Beschäftigten umgerechnet 21 Millionen Euro Abfindungen verlangen, wenn sie von der bisher staatlichen in die neue private Firma wechseln müssen.