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Köln-Attentäter war in Luxemburg

Köln-Attentäter war in Luxemburg
(Screenshot/youtube)

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Der mutmaßliche Attentäter auf Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker in Köln kommt aus der rechten Szene. 1994 nahm er an einem Skinhead-Marsch in Luxemburg teil.

Nach dem Messerangriff auf die Oberbürgermeister- Kandidatin der Stadt Köln, Henriette Reker, hat der deutsche Inlandsgeheimdienst neue Erkenntnisse zu dem Attentäter publik gemacht. Dieser war demnach nur eine Randperson im rechtsextremen Lager.

Der 44 Jahre alte Mann, der Henriette Reker am Tag vor der Abstimmung niedergestochen hat, sei in den vergangenen Jahren «ab und zu Mal im Internet aufgetaucht, aber er war eher eine Randperson in diesem Bereich», sagte der Chef des Verfassungsschutzes (Inlandsgeheimdienst) des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Burkhard Freier, am Montag im WDR-Hörfunk.

Spur nach Luxemburg

In den 1990er Jahren habe es Hinweise gegeben, dass sich der Mann der rechtsextremen Szene, insbesondere der inzwischen verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeitspartei (FAP) anschließen wollte.

In den Jahren 1993 als auch 1994 soll der mutmaßliche Attentäter dann an Rudolf-Hess-Gedenkmärschen in Fulda und Luxemburg teilgenommen haben. Das geht aus Veröffentlichungen der Antifa Bonn/Rhein-Sieg hervor, die der Staatsschutz nun überprüft, schreibt die «Kölnische Rundschau» (Link).

Bericht in der «Zeit»

Mitte August 1994 zogen rund 150 Rechtskadikale durch die Innenstadt von Luxemburg. Sie versammelten sich damals vor der Deutschen Botschaft und randalierten. Die Polizei ging damals sehr hart gegen die Skinheads vor. Hunde und Schlagstöcke kamen zum Einsatz. 70 Personen wurden damals festgenommen und mit einem Sonderzug nach Trier transportiert. Dort wartete bereits die deutsche Polizei.

Bei jedem Festgenommenen, der durch die Seitentür des Transporters gedrängt wird, klatschen die Passanten begeistert Beifall. Manche spucken nach den Festgenommenen, eine alte Dame schwingt ihre Handtasche nach einem: „Die waren vor fünfzig Jahren schon mal hier. Von diesen Visagen haben wir genug. Die haben sich den falschen Ort ausgesucht.“ Das schrieb die «Zeit» nach dem Vorfall in Luxemburg (Link).

Langsame Aufwachphase

Der Angreifer aus Köln sitzt wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Er hatte laut Polizei fremdenfeindliche Motive für seine Tat genannt. Reker liegt seit dem Attentat vom Samstag auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Die Wahl am Sonntag gewann die 58-jährige Parteilose mit absoluter Mehrheit. Wann sie ihr Amt antreten kann, ist aber noch völlig unklar.

Während am Sonntag Rekers Sieg verkündet wurde, hatten die Ärzte in Köln eine langsamen Aufwachphase aus dem künstlichen Koma eingeleitet. Die behandelnden Mediziner erklärten, der Genesungsprozess brauche eine gewisse Zeit.

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