Dienstag13. Januar 2026

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KBL stellt sich neu auf

KBL stellt sich neu auf
(Tageblatt-Archiv)

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Die Luxemburger Privatbank KBL hat seine Führungsstruktur neu aufgebaut. Ernst Wilhelm Contzen wird neuer Verwaltungsrats-Präsident.

Neuer Geschäftsführer der Bankgruppe, die in neun europäischen Ländern präsent ist, wird Yves Stein. Er wird ab somit, dem ersten Februar Nachfolger von Jacques Peters. Jacques Peters hatte die Bank durch die schwierige Zeit der Finanzkrise geführt. Auch den Verkauf der KBL an Precision Capital, sowie die Formulierung einer neuen, langfristigen Strategie für die «neue eigenständige KBL» fielen in seine Amtszeit. Ganz wird Peters die Gruppe jedoch nicht verlassen. Er bleibt Präsident des Verwaltungsrates der Puilaetco Dewaay Private Bankers in Brüssel, so die Pressemitteilung.

Logo" class="infobox_img" />Ernst Wilhelm Contzen wird neuer Verwaltungsrats-Präsident.

Yves Stein seinerseits ist seit rund einem Jahr zuständig für den Bereich private Banking innerhalb der KBL. Aber, auch als Geschäftsführer einer Luxemburger Bank hat er bereits Erfahrung vorzuweisen. Ehe er zur KBL kam, leitete er die Geschäfte der Union Bancaire Privée (Europe) in Luxemburg. Zuvor war er Generaldirektor im Bereich private Banking bei der BNP Paribas in der Schweiz.

Neue Gesichter

Neue Nummer Zwei innerhalb der KBL wird Marc Lauwers, der aktuelle und zukünftige Chief Operating Officer der Bank. Zuvor war er Mitglied im Direktionskommitee der belgischen Belfius Bank. Gleichzeitig hat die Bank drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat berufen, so die Pressemitteilung. Dazu zählt Ernst Wilhelm Contzen, Präsident des Luxemburger Bankenverbandes ABBL, und noch bis vor kurzem Geschäftsführer der Deutschen Bank in Luxemburg.

Ernst Wilhelm Contzen wird ab März neuer Präsidente des Verwaltungsrates der KBL sein. Der bisherige Präsident, Jan Huyghebaert, geht nach fast 20 Jahren in der KBL, in Rente. Bei den beiden anderen neuen Mitgliedern handelt es sich um Alfred Bouckaert, ehemaliger Präsident des Verwaltungsrates der Belfius Bank, und um Nicholas Harvey, die Nummer Zwei von Precision Capital.

Mit der neuen Führungsstruktur will die Bank die Herausforderungen der Zukunft angehen. Und, im Gegensatz zu vielen anderen, plant sie nicht, ihr Geschäft schrumpfen zu lassen. Offizielles Ziel der KBL ist es, bis zum Jahr 2015 zu den 20 größten Privatbanken in Europa zu zählen. Bis 2015 soll der Gewinn dann auf 100 Millionen Euro pro Jahr ansteigen.

«2013 war ein sehr gutes Jahr»

«Ich freue mich, Teil eines neuen faszinierenden Wachstumsabenteuers zu sein», wird Ernst Wilhelm Contzen in der Pressemeldung zitiert. Es handle sich um eine Bank mit einer Vision für die Zukunft, und mit den notwendigen Mitteln, um sie zu erreichen. Weiter schreibt die Bankgruppe, dass das Gesamtjahr 2013 ein «sehr gutes» Jahr für sie gewesen sei. Bereits seit dem ersten Halbjahr 2013 ist sie wieder auf Wachstumskurs. Nach einem Verlust von 251 Millionen Euro im Jahr 2012 konnte sie in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wieder schwarze Zahlen erwirtschaften.

Insgesamt verbuchte die Bank, laut Halbjahresbericht, einen Nettogewinn von 41,8 Millionen Euro. Die allgemeine Verbesserung des Resultats war von der Bank erwartet worden. Das Geschäftsjahr 2012 war für die KBL nämlich ein Übergangsjahr, in dem sie ihre Bilanz bereinigte, um für eine starke Zukunft bereit zu sein. «Jetzt ist die Bilanz gesund, und wir haben ehrgeizige Wachstumsziele», so Jacques Peters, Geschäftsführer der KBL European Private Bankers, vor einigen Monaten.

Kataris im Boot

Die im Jahr 1949 gegründete KBL zählt zu den größten Banken in Luxemburg. Sie verfügt über ein Geflecht kleinerer Tochterbanken quer durch Europa. Von den rund 2.400 Beschäftigten der Gruppe arbeiten etwas weniger als die Hälfte in Luxemburg.

Seit 2012 ist die KBL nicht mehr Teil der belgischen KBC-Bankgruppe – diese musste ihre Luxemburger Tochter verkaufen, da die KBC im Zuge der Finanzkrise Staatshilfen von Belgien erhielt. Im Juli 2012 wurde die KBL dann für rund eine Milliarde Euro vom katarischen Fonds Precision Capital gekauft. Der gleiche Fonds hält 90 Prozent an der BIL.