Der US-Dollar bewegt sich nahe an historischen Tiefstwerten, der Euro durchläuft eine Krise und der Schweizer Franken befindet sich auf einem noch nie da gewesenen Höhenflug. Die augenblickliche wirtschaftliche Lage zeichnet sich durch große Währungsbewegungen aus. Währungen wie der ungarische Forint, der rumänische Leu, der Schweizer Franken, die tschechische Krone, die norwegische Krone, die schwedische Krone, der australische Dollar und der polnische Zloty stiegen gegenüber dem US-Dollar um 16 bis 20 Prozent. Vor rund einem Jahr hob die chinesische Regierung die Bindung des Renminbi an den US-Dollar auf. Dies führte zu einem langsamen aber stetigen Anstieg der chinesischen Währung um insgesamt etwa 5 Prozent.
Aber wie wirken sich die Kurswechsel auf die Kaufkraft aus. UBS hat in 73 Städten nachgeforscht. Laut der neusten Erhebung der Studie „Preise und Löhne – Kaufkraft rund um die Welt“ sind die teuersten Städte der Welt Oslo (N), Zürich (CH) und Genf (CH). Dann folgen Kopenhagen (DK), Stockholm (S) und Tokio (J). Luxemburg liegt auf Rang 13. Die billigsten Städte der Welt sind Mumbai (IND), Manila (Indonesien) und Delhi (IND). Das Preisniveau in den US-amerikanischen Städten hat sich indes verringert. Experten schreiben diese Entwicklung der Abwertung des US-Dollars zu.
In der Schweiz werden weiterhin die höchsten Löhne gezahlt. Zürich und Genf stehen bei den Bruttolöhnen an der Spitze der Rangliste. Hier rangiert Luxemburg auf Rang 8.
Luxemburg wieder auf dem Podium
Die Analyse ergab auch, dass Arbeitnehmer in Zürich (CH), Sydney (AUS) und Luxemburg die höchste Kaufkraft besitzen. Dort seien die Nettostundenlöhne am höchsten, heißt es in der Studie. Aber die Angestellten verschiedener Schwellenländer, wie Doha oder Schanghai (RC) können sich aufgrund des hohen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts jedoch annähernd genau so viel leisten.
Luxemburg hat den dritten Platz in der Rangliste der sogenannten «Binnenkaufkraftindizes» wiedererlangt. Unsere Hauptstadt hatte bei der Erhebung von 2009 schon einen Poduimsplatz erobert, musste diesen aber im letzten Jahr räumen. Die Höhe der Löhne lasse nicht unbedingt auf die Kaufkraft schließen, heißt es in der Studie. Alles hänge davon ab, wie das Verhältnis zwischen Löhnen und Preisen sei.
Handlungsbedarf
Bei den Löhnen wird in diesem Zusammenhang begrüßt, dass in Luxemburg nur ein verhältnismäßig geringer Unterschied zwischen dem Brutto- und dem Nettolohn besteht. Dies erkläre zum Teil die hohe Kaufkraft der Arbeitnehmer.
Die Erhebung zeigt aber auch, dass die hohen Wohnungspreise und die Taxikosten in Luxemburg immer noch ein Problem darstellen.
Alle drei Jahre seit 1970 veröffentlicht UBS Wealth Management Research eine ausführliche Studie über Preise und Löhne, die in den dazwischen liegenden Jahren aktualisiert wird. Die letzte standardisierte Erhebung über Preise und Löhne von 2009 berücksichtigte 73 Städte weltweit. Der Fragebogen setzte sich aus 122 Gütern und Dienstleistungen sowie 112 Fragen zu Löhnen, Lohnabzügen und Arbeitszeiten in 14 verschiedenen Berufen zusammen. Insgesamt flossen weltweit über 30.000 Daten in die Auswertung der Befragung ein.
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