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Juncker: Versprechen rasch einlösen

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Regierungen der Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre in der Flüchtlingskrise gemachten Versprechen rasch einzulösen.

«Die Mitgliedstaaten bewegen sich zu einer Zeit langsam, in der sie eigentlich rennen sollten», sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg. Bisher hätten die EU-Regierungen nicht einmal die Hälfte der von der EU-Grenzagentur Frontex und der Asylbehörde Easo angeforderten Experten bereit gestellt.

Die «Kluft» zwischen Versprechen und Taten müsse verringert werden, sagte Juncker. «Sonst verlieren wir jede Form von Glaubwürdigkeit.» Juncker informierte das Parlament über die jüngsten Treffen zur Flüchtlingskrise und insbesondere über den Gipfel vom Sonntag mit Staaten entlang der Westbalkanroute.

«Nicht in guter Verfassung»

Die Tatsache, dass dieses Treffen nötig gewesen sei, damit die betroffenen Länder sich zu einem Informationsaustausch über die Flüchtlingsbewegungen verpflichten, zeige, «dass die Europäische Union nicht in guter Verfassung ist», sagte der Kommissionspräsident. Er plädierte zugleich für eine enge Zusammenarbeit mit der Türkei in der Flüchtlingskrise. «Ansonsten wird die Lage sehr viel schwieriger als sie heute schon ist.»

Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk warnte vor einer Verschlechterung der Lage angesichts des Bürgerkrieges in Syrien. Die Krise habe nicht nur das Potenzial, die Reisefreiheit in Europa im Schengensystem zu zerstören. Sie könne auch «zu tektonischen Veränderungen in der politischen Landschaft» führen. Die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Institutionen müssten die Krise deshalb gemeinsam angehen. Nötig seien «außerordentliche Opfer und außerordentliche Solidarität» in Europa, sagte Tusk. Priorität müsse es haben, die Außengrenzen der EU zu schützen.

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