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Jeder vierte Luxemburger ist zu dick

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Übergewichtige und Fettleibige verursachen steigende Gesundheitskosten, warnt die OECD in einer Studie. Luxemburger liegen EU-weit auf Rang drei. Nur Ungarn und Briten sind fettleibiger.

Übergewicht und Fettleibigkeit haben in nahezu allen europäischen Ländern in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. In Luxemburg etwa stieg allein der Anteil der Fettleibigen an der Bevölkerung von 17 Prozent (2002) auf 23 Prozent (2012). Das hält die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in dem am Mittwoch in Paris und Berlin veröffentlichten Bericht «Gesundheit auf einen Blick: Europa 2014» fest.

Mit seinen 23 Prozent liegt Luxemburg EU-weit auf Rang drei. Nur in Ungarn und in Großbritannien gibt es mehr Fettleibige. Der EU-Durchschnitt liegt bei 16,7 Prozent. Am wenigsten Übergewichtige leben in Rumänien (7,9 Prozent), Italien (10,4), Bulgarien (11,5), Schweden (11,8) und in den Niederlanden (12,0).

Jeder Sechste fettleibig

Inzwischen ist in Europa jeder Sechste fettleibig, während es nach den OECD-Daten im Jahr 2002 jeder Achte war. Dabei dürfte auch die Wirtschaftskrise eine Rolle spielen. Denn die Analysen in einigen Ländern zeigten einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher oder sozialer Not und Fettleibigkeit. Davon seien Menschen mit Finanzproblemen unabhängig von ihrem Einkommen bedroht.

Viel zu viel Gewicht erhöht das Risiko, an Bluthochdruck, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken, betont die Studie, die von der OECD zusammen mit der Europäischen Kommission erstellt worden ist. Die erfolgreiche Behandlung solcher Krankheiten in den meisten Ländern habe zwar Fortschritte gemacht. Fettleibigkeit führe jedoch alles in allem zu mehr chronischen Erkrankungen, was dann auf Dauer die Kosten der Gesundheitsversorgung ansteigen lasse. Sie beginnt bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Dabei wird das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Größe in Metern.

Der Report hat jedoch auch Positives zu berichten: Die Sterblichkeitsrate nach Herzinfarkten fiel nach Einweisung in die Kliniken von 2000 bis 2011 um 40 Prozent, die bei Schlaganfällen um mehr als 20 Prozent. Niedrigere Sterblichkeitsraten seien auf bessere Notfallbetreuung sowie auf größeren Zugang von Kranken zu einer speziellen Betreuung bei Schlaganfällen in einigen Ländern zurückzuführen. In den meisten europäischen Ländern habe sich auch die Überlebenschance bei Krebserkrankungen erhöht. Insgesamt sei die Lebenserwartung bei der Geburt in den EU-Ländern von 1990 bis 2012 im Schnitt um mehr als 5 auf 79,2 Jahre gestiegen.