Außenminister Jean Asselborn verurteilt die Geschehnisse in Ägypten aufs Schärfste. Durch das brutale Vorgehen des Militärs gegen die Muslimbrüder sei jede Hoffnung auf eine Demokratisierung genommen.
18.08.2013 Ägypten droht ein langer und blutiger Machtkampf zwischen der islamistischen Muslimbruderschaft und der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung. (dapd/Khaled Desouki)
Schockiert und entsetzt blicken die Ägypter auf die Leichen, die zu Dutzenden in Moscheen und Polizeistationen liegen. (Ahmed Hayman)
14.08.13 Der ägyptische Vizepräsident Mohamed ElBaradei hat nach den schweren Ausschreitungen am Mittwoch, 14. August, seinen Rücktritt eingereicht. (dpa)
Eine Frau stellt sich am 14. August einem Bulldozer in den Weg, der das Protestcamp der Mursi-Anhänger in Kairo räumen soll. Hinter der Frau liegt ein Verletzter am Boden. (dapd/Mohammed Abdel Moneim)
Unter den Toten des blutigen Dienstags ist auch ein Kameramann von Sky News: Mick Deane ist durch eine Kugel gestorben. (Tageblatt/sky News)
Mursi-Anhänger haben ein Polizeifahrzeug von der Brücke des 6. Oktobers gestossen. (Tageblatt/aly Hazzaa)
.... (AP/Sabry Khaled)
Schweres Geschütz am Mittwoch (14. August) gegen die Mursi-Anhänger.
(Tageblatt-Archiv/amr Abdallah Dalsh)
Ägyptische Sicherheitskräfte haben die Protestcamps der Anhänger von Ex-Präsident Mohammed Mursi gestürmt und mit Gewalt geräumt. (Tageblatt)
Die Sicherheitskräfte waren mit gepanzerten Fahrzeugen und Bulldozern ausgerüstet. Sie setzten unter anderem Tränengas gegen die Protestierenden ein. (Tageblatt/Ahmed Gomaa)
Ein Ägypter hilft einem anderen Demonstranten in einem leeren Zelt. Lokale Medien berichten, dass ein Soldat und Dutzende Mursi-Anhänger ums Leben gekommen seien. Etwa 200 seien verhaftet worden. (Tageblatt/Gina Mohamed)
17.08.2013 Armeefahrzeuge fahren am Ramses-Platz in Kairo auf. Auch am Samstag gab es wieder zahlreiche Todesopfer in Ägypten. (Khaled Elfiqi)
Ein Mann schützt sich mit einer Gasmaske gegen das Tränengas. Sein Hemd ist blutgetränkt. Über 5000 Menschen sollen bei der Räumung der Lager verletzt worden sein, wie lokale Medien berichten. (Tageblatt-Archiv/Reuters tv)
Über 5000 Menschen sollen bei der Räumung der Protestcamps verletzt worden sein, berichten lokale Medien. (dapd/str)
Einer der beiden Sicherheitsleute wurde bei den Auseinandersetzungen mit den Demonstranten verletzt. (Tageblatt/Ahmed Gomaa)
Die Sicherheitskräfte versuchen mit Tränengas und womöglich mit scharfer Munition Pro-Mursi-Protestcamps zu räumen. (Tageblatt)
Am frühen Morgen des 14. August 2013 beginnen die Sicherheitskräfte mit der Räumung der Pro-Mursi-Protestlager. Zahlreiche Menschen sterben durch Gewehrkugeln. Auch auf Seiten der Sicherheitskräfte gibt es Tote und Verletzte. (Tageblatt-Archiv/amr Abdallah Dalsh)
Unter den Toten ist auch ein Sohn, Ammar Badie, des untergetauchten Führers der Muslimbrüder, Mohammed Badie (Bild) , wie der politische Arm der Organisation mitteilte. (Khaled el Fiqi)
16.08.2013 Bei Protestaktionen von Islamisten in Ägypten sind am Freitag mindestens 80 Menschen getötet worden. (dapd/Khaled Kamel)
... (dapd/Khaled Kamel)
Es gibt zahlreiche Verletzte. (dapd/-)
(Tageblatt/Hassan Ammar)
... (Tageblatt/Manu Brabo)
15.08.13 Nach dem blutigen Mittwoch mit mehr als 520 Toten rüsten sich die Sicherheitskräfte in Ägypten gegen neue Massenproteste der Muslimbruderschaft. (Ahmed Assadi)
„Die Aktionen gegen die Islamisten haben in den vergangenen zwei Tagen jede Hoffnung in Richtung Demokratie für Ägypten geraubt“, gab Asselborn am Donnerstag gegenüber dem Tageblatt zu bedenken. Armeechef General Abd al-Fattah al-Sisi, der „starke Mann“, habe sich gegen den Reformer Mohamed ElBaradei durchgesetzt. Besonders besorgniserregend sei die Tatsache, dass der Ausnahmezustand ausgehängt worden sei. Ägypten beeinflusse als Kernland der arabischen Welt das Schicksal der gesamten Region.
Asselborn erinnerte daran, dass der Islamismus als politische Komponente nichts Negatives sei, aber in keiner Weise mit den Forderungen der laizistischen Bewegungen Ägyptens vereinbar sei. Das gleiche gelte für das gewaltsam vorgehende Militär.
Keine EU-Gelder
Luxemburgs Chefdiplomat äußerte die Hoffnung, dass zumindest die wirtschaftliche Kooperation den Ägyptern eine bessere Perspektive ermögliche. Abermillionen seien in einer prekären Lage. Man müsse nur an die Rückgänge im Tourismus erinnern.
Dennoch stelle sich die Frage, ob die Europäische Union weiterhin Millionen an Hilfsgeldern an eine Militärdiktatur auszahlen solle. Asselborn lehnt dies mit einem klaren Nein ab: „Wer friedlich protestierenden Individuen mit solch einer Gewalt begegnet, kann nicht von EU-Geldern profitieren“.
Eric Rings, geboren 1979 in Esch/Alzette, studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Heidelberg und fing 2010 als Journalist beim Tageblatt an. Seit 2019 schreibt er über innenpolitische Themen.
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