«Es ist unverzeihlich, dass ich mich unter Alkoholeinfluss ans Steuer gesetzt habe», erklärte Ullrich am Mittwochnachmittag auf seiner Homepage. In einem ersten Interview hatte Ullrich noch bestritten, dass «Alkohol im Spiel» war.
Die Polizei bestätigte am Mittwoch einen Unfall in der Nähe von Mattwil im Kanton Thurgau, der sich bereits am Montag ereignet hatte. Der Verursacher war demnach mit 1,4 Promille unterwegs. Erlaubt sind in der Schweiz 0,5 Promille. Dem Mann sei sofort der Führerschein entzogen worden. Die Ergebnisse von Blut- und Urinproben standen demnach aber noch aus. Dass es sich bei dem Betroffenen um Ullrich handelt, wollte die Polizei nicht bestätigen. Bei Unfällen würden grundsätzlich keine Namen veröffentlicht, sagte ein Vertreter der Nachrichtenagentur AFP.
Überschlag
Laut dem Polizeibericht fuhr ein 41-Jähriger mit seinem Wagen auf einen an einem Stoppschild haltenden zweiten Wagen auf, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Der andere Wagen überschlug sich und kam in einem Feld zum stehen, während der 41-Jährige noch ein drittes Auto anfuhr. Zwei Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus, der entstandene Schaden geht laut Polizei in die Zehntausende. Die Schweizer Polizei gibt das Alter von Betroffenen in der Regel nach ihrem Geburtsjahr an – Ullrich wird im Dezember 41. Bei dem Unfall gab es laut Polizeibericht zwei Verletzte.
In Ullrichs Erklärung vom Mittwoch heißt es jedoch, die Unfallbeteiligten seien «meines Wissens nach unbeschadet geblieben» und «nach einer Untersuchung im Spital glücklicherweise wieder entlassen» worden. In seiner Erklärung räumte Ullrich ein, dass er auf dem Heimweg war, als er mit zwei Autos kollidierte. «Ich war in diesem Moment unaufmerksam und zu schnell unterwegs», hieß es weiter.
Führerschein eingezogen
Der Wahlschweizer Ullrich erklärte ferner, dass ihm der Führerschein vorerst entzogen worden sei. Ein von der Polizei veröffentlichtes Foto zeigt einen silbernen Audi A6, der laut der Schweizer Zeitung «Blick» Ullrich gehört. Der Kombi steht auf einem Feld abseits der Straße. Die Motorhaube ist vom Aufprall schwer ramponiert. Die zwei Wagen der mutmaßlichen Unfallopfer sind ebenfalls erkennbar schwer beschädigt.
Der frühere Tour-de-France-Sieger und geständige Doping-Sünder Jan Ullrich hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit der «Blick» noch jeden Alkoholeinfluss abgestritten. Die Unfallursache sei eine Geschwindigkeitsüberschreitung um geschätzte 20 Stundenkilometer gewesen. Am Nachmittag revidierte Ullrich dann seine Aussagen. Der ehemalige Radprofi aus Rostock hatte 1997 als erster Deutscher die Tour de France gewonnen, drei Jahre später errang er bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille.
Wegen seiner Verwicklung in den Dopingskandal um den spanischen Sportarzt Eufemiano Fuentes wurde er von der Tour de France 2006 ausgeschlossen und im Jahr 2012 vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) rechtskräftig wegen Dopings schuldig gesprochen. Im Juni 2013 räumte er dann erstmals ein, sich mit Hilfe von Fuentes gedopt zu haben.
Zu Demaart
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