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Ja zu Militäreinsatz in Mali

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Die Zeichen stehen auf eine militärische Lösung in Mali. Die Afrikanische Union gibt grünes Licht für eine gewaltsame Befreiung des Nordens. Nun steht noch die Entscheidung des Weltsicherheitsrats aus.

Der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union hat den Plänen westafrikanischer Staaten für einen Militäreinsatz in Mali zugestimmt. «Die Afrikanische Union befürwortet das Konzept für den geplanten Einsatz einer Mission unter afrikanischer Führung, um Mali zu helfen», sagte der für Sicherheit und Frieden zuständige Kommissar, Ramtane Lamamra, am Dienstag nach einem Treffen des Rates in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Die westafrikanischen Staatschefs hatten sich am Wochenende bei einem Gipfeltreffen in Nigeria auf die Entsendung einer knapp 3300 Mann starken Truppe nach Mali geeinigt. An der Regionaltruppe wollen sich 13 westafrikanische Länder mit Soldaten beteiligen. Nun muss noch der Weltsicherheitsrat in New York zustimmen.

Bitte an den UN-Sicherheitsrat

«Der AU-Rat fordert den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dringend dazu auf, die Operation voll zu unterstützen und die Entsendung einer afrikanischen Truppe zunächst für ein Jahr zu autorisieren», sagte Lamamra. Das UN-Gremium wird voraussichtlich noch vor Monatsende eine Entscheidung treffen. Sobald die Vereinten Nationen grünes Licht geben, kann eine Stationierung der Truppen beginnen.

Mali war nach einem Militärputsch am 22. März in eine tiefe Krise gerutscht. Kurze Zeit später hatten radikale Islamisten den Norden des westafrikanischen Wüstenstaates erobert. Sie kontrollieren zwei Drittel der Landesfläche und haben dort eine strenge Auslegung der Scharia eingeführt. Immer wieder gibt es Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen. UN-Angaben zufolge sind über 400 000 Menschen aus der Region auf der Flucht.

EU: Logistische Hilfe?

Auch die EU denkt über eine Beteiligung an der Militäroperation nach und könnte logistische Unterstützung leisten und Ausbilder in die Region schicken. Die AU forderte die Europäische Union, die Vereinten Nationen sowie alle afrikanischen Staaten dazu auf, «angemessene Hilfe» zu leisten, um den Erfolg der Operation zu gewährleisten.

Beobachter befürchten jedoch, dass die Region in noch tieferes Chaos stürzen könnte. Zuletzt gab es Berichte, wonach Hunderte Dschihadisten aus anderen Ländern unterwegs nach Nord-Mali sind, um die dort herrschenden Extremisten zu unterstützen.