Mittwoch21. Januar 2026

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IS hat japanische Geisel Kenji Goto getötet

IS hat japanische Geisel Kenji Goto getötet
(AP)

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Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat eine zweite japanische Geisel getötet. Das neue Hinrichtungsvideo sorgt weltweit für Entsetzen.

Im Internet wurde ein Video veröffentlicht, dass die Enthauptung des Journalisten Kenji Goto zeigt. Japans Regierungschef Shinzo Abe, US-Präsident Barack Obama und die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens verurteilten die mutmaßliche Hinrichtung. Auf dem am Samstag veröffentlichten Video ist Goto in orangefarbener Kleidung auf den Knien zu sehen. Ein maskierter, mit einem Messer bewaffneter Mann steht neben der Geisel und macht die japanische Regierung für den Tod des Journalisten verantwortlich.

Goto war im vergangenen Oktober in Syrien verschleppt worden. Der IS hatte mit der Tötung des Japaners und eines ebenfalls entführten Jordaniers gedroht, sollte die Regierung in Amman nicht bis Donnerstagabend eine inhaftierte Dschihadistin freilassen. Der jordanische Pilot Maas al-Kassasbeh wurde in dem am Samstagabend verbreiteten Video nicht erwähnt. Die Extremisten hatten bereits vor einigen Tagen eine japanische Geisel getötet.

«Mir fehlen die Worte»

Japans Regierungschef Abe sprach von einer «abscheulichen und verachtenswerten» Tat. «Wir werden den Terroristen niemals vergeben», sagte er in Tokio. «Japan wird sich niemals dem Terrorismus beugen und ist entschlossen, seiner Verantwortung beim Kampf der internationalen Gemeinschaft gegen den Terrorismus gerecht zu werden.» Gotos Mutter äußerte sich in Tokio bestürzt über die Todesnachricht. «Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich empfinde», sagte die um Fassung ringende Junko Ishido.

Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte die «abscheuliche Ermordung» der japanischen Geisel. Goto habe als Kriegsreporter in Syrien mutig über das Leid der dortigen Bevölkerung berichtet. Washington stehe an der Seite Japans, sagte Obama. Er lobte die von Tokio angekündigten Finanzhilfen für die vom IS bedrohten Länder. Die USA seien weiterhin entschlossen, zusammen mit ihren Verbündeten die IS-Miliz «zu schwächen und schließlich zu zerstören», betonte Obama.

Al-Furkan

Der britische Premierminister David Cameron äußerte sich nach Veröffentlichung des Videos erschüttert über die «verachtenswerte und entsetzliche» Tat. Die mutmaßliche Hinrichtung sei ein weiterer Beleg dafür, dass die IS-Miliz «die Verkörperung des Bösen ist». Frankreichs Staatschef François Hollande erklärte, er verurteile «mit größtem Nachdruck die brutale Ermordung» der Geisel.

Verbreitet wurde das Video über den Kanal des IS-Medienorgans Al-Furkan im Kurznachrichtendienst Twitter. Nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierten Unternehmens Site spricht der maskierte Mann auf dem Video mit einem starken südenglischen Akzent, der auch schon auf anderen IS-Bekennervideos zu hören sei. Die US-Regierung bemühte sich nach eigenen darum, die Echtheit des Videos zu überprüfen.

«Massaker anrichten»

Der Maskierte wendet sich in dem Video direkt an Japans Regierungschef Abe: Wegen dessen gewissenloser Entscheidung, «an einem aussichtslosen Krieg teilzunehmen, wird dieses Messer nicht nur Kenji töten, sondern weiter machen und Massaker anrichten, wo immer Deine Leute sind». Die IS-Kämpfer hatten in den vergangenen bereits drei US-Amerikaner und zwei Briten hingerichtet.