Im Rahmen der Ermittlungen gegen den brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro hat ein Richter des Obersten Gerichts ein Video veröffentlicht, das Vorwürfe einer Einflussnahme auf die Polizei untermauern soll. Das Video einer Kabinettssitzung vom 22. April enthüllt jedoch noch weitere schmutzige Details, die der seit 18 Monaten amtierenden Regierung des rechtsradikalen Präsidenten schweren Schaden zufügen könnten. Das Fernsehen zeigte am Freitag unablässig Auszüge aus dem Video.
In ihnen war zu hören, wie Bolsonaro Gouverneure unflätig beschimpft, Bildungsminister Abraham Weintraub zur Inhaftierung von Richtern des Obersten Gerichts aufruft und Umweltminister Ricardo Salles die Corona-Pandemie dazu nutzen will, Bergbau und Landwirtschaft im Amazonas-Regenwald zu legalisieren. Das Video tauchte bereits nach der Kabinettssitzung auf, die Details aber waren noch nicht bekannt.
In dem Video wettert der Präsident gegen die nach seinen Angaben mangelnden Informationen der Bundespolizei. „Ich kann nicht zulassen, von den Nachrichten überrascht zu werden. Zum Teufel, die Polizei gibt mir keine Informationen“, schimpfte er und fügte hinzu: „So kann ich nicht arbeiten. Deshalb werde ich mich einmischen, Punkt. Das ist keine Drohung … es ist die Wahrheit.“
In einer Videopassage beschimpft der Präsident auf übelste Weise die Gouverneure von São Paulo und Rio de Janeiro, weil sie entgegen seinen Anweisungen strikte Corona-Ausgangssperren erlassen hatten. Er bezeichnete sie als „Stück Scheiße“ und „Misthaufen“ und fügte hinzu: „Deshalb will ich, (…) dass die Bevölkerung bewaffnet wird. Das ist die Garantie dafür, dass nicht irgendein Mistkerl einfach auftauchen und hier eine Diktatur errichten kann.“ (AFP)
Zu Demaart
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