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„Reichsbürger“-SzeneSchüsse auf Polizisten: Eskalation bei Razzia auf Anwesen in Baden-Württemberg

„Reichsbürger“-Szene / Schüsse auf Polizisten: Eskalation bei Razzia auf Anwesen in Baden-Württemberg
Bei einem Einsatz eines Sondereinsatzkommandos brennt ein Haus in Boxberg (Main-Tauber-Kreis). Nach Angaben von Sicherheitskreisen wurde am Mittwoch auf einen SEK-Beamten geschossen. Kohls/SDMG/dpa

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Bei einer Durchsuchungsaktion wegen des Verdachts auf illegalen Waffenbesitz im baden-württembergischen Boxberg ist am Mittwoch auf Einsatzkräfte geschossen worden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden wenig später mehrere Menschen «widerstandslos und unverletzt» festgenommen.

Der Einsatz galt demnach einem Anwesen, das bei dem Geschehen abbrannte. Ein politischer Hintergrund sei «nicht ausgeschlossen», erklärten die Ermittler. Laut Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) gab es einen Bezug zur sogenannten Reichsbürgerszene.Wie die Behörden in Mosbach und Heilbronn weiter mitteilten, wurde bei dem Einsatz ein Polizist auf nicht näher genannte Art und Weise verletzt. Das Anwesen, das während des Einsatzes in Flammen aufging, ließen die Einsatzkräfte demnach kontrolliert abbrennen. Löscharbeiten seien wegen möglicher akuter Gefährdungen nicht möglich gewesen. Polizei und Staatsanwaltschaft verwiesen unter anderem auf etwaige Munitionsbestände sowie freilaufende Hunde.

Der Einsatz galt den Angaben zufolge einem Anwesen im Boxberger Ortsteil Bobstadt, dessen Bewohner illegal Waffen besitzen soll. Wegen der Umstände waren Spezialkräfte der Polizei beteiligt. Zu Beginn der Razzia gegen sechs Uhr morgens seien «mehrere Schüsse auf die Einsatzkräfte abgegeben» worden, hieß es in der Mitteilung zum Einsatz. Kurz darauf seien dann «mehrere Personen» festgenommen worden, die sich in dem Anwesen aufgehalten hätten.

Munitions- und Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts sollten das betroffene Gebäude demnach «zeitnah» durchsuchen, um weitere Ermittlungen zu ermöglichen. Weitere Details zum Einsatz und zu den Ermittlungen gegen den Besitzer teilten die Behörden unter Verweis auf «ermittlungstaktische Gründe» zunächst noch nicht mit.

Strobl sprach in einer Mitteilung von einem «massiven Schusswaffenangriff». Es lägen «Hinweise vor, dass der mutmaßliche Täter der Reichsbürgerszene nahesteht oder ihr angehört», erklärte er. Der «brutale» Angriff belege, «wie wichtig unser sehr konsequentes Vorgehen gegen jegliche Extremisten, darunter auch die Reichsbürger, in Sachen Schusswaffen ist».