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G7-Gipfel: Hilfsorganisationen fordern 1,3 Milliarden für Bildung

G7-Gipfel: Hilfsorganisationen fordern 1,3 Milliarden für Bildung

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Hilfsorganisationen haben von der G7-Gruppe der reichen Industrienationen 1,3 Milliarden US-Dollar gefordert, damit mehr Kinder zur Schule gehen können.

Hilfsorganisationen haben von der G7-Gruppe der reichen Industrienationen 1,3 Milliarden US-Dollar gefordert, damit mehr Kinder und besonders auch arme Mädchen zur Schule gehen können. Rund 3,7 Millionen Kinder könnten davon über drei Jahre profitieren, berichteten die Gruppen am Mittwoch vor dem G7-Gipfel im kanadischen La Malbaie. Als Gastgeber hat Kanadas Premier Justin Trudeau besseren Zugang für Frauen und Mädchen zu Bildung insbesondere in Krisengebieten zu einem der Schwerpunkte des Treffens am Freitag und Samstag gemacht.

Die Kinderhilfsorganisation World Vision beklagte, dass Kriege und Krisen heute häufiger als früher Schulen zerstörten, Kinder töteten und gegenwärtig 67 Millionen Menschen flüchten ließen – davon die Hälfte Kinder. «Die G7-Führer müssen sich stärker für Frieden und Gewaltprävention einsetzen», forderte Sprecherin Silvia Holten. Der Schutz von Zivilisten in Konflikten müsse höchste Priorität haben. «Es muss Schluss sein mit Säbelrasseln und Drohgebärden.»

Kanadas Premier wird auf dem Gipfel für bedeutende Finanzzusagen werben, um Frauen und Mädchen in den Jahren 2018 bis 2020 mehr Bildungszugang zu verschaffen. Oxfam appellierte an die G7-Staaten, für die 1,3 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 1,1 Milliarden Euro) auch wirklich zusätzliches Geld bereitzustellen, also neue Zusagen zu machen und nicht bereits zugesagte Mittel aus anderen Töpfen umzuwidmen. Auch müssten geschlechterspezifische Hürden wie Schulgeld, das besonders Mädchen vom Schulbesuch abhält, angegangen werden.

Oxfam-Sprecher Jörn Kalinski forderte zusätzlich die Bundesregierung auf, mindestens 50 Millionen Euro jährlich in den eigens für Bildung in Krisen und Konflikten eingerichteten Fonds «Bildung kann nicht warten» (Education Cannot Wait) einzuzahlen. Eine solche Zusage wäre aus seiner Sicht nicht nur angemessen, sondern entspräche auch dem deutschen Anspruch, Vorreiter sein zu wollen. Ende 2017 hatte die Bundesregierung 16 Millionen bereitgestellt, aber in diesem Jahr nichts mehr eingeplant.

Zur G7-Gruppe gehören außer Deutschland und Kanada auch die USA, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan.