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ÖsterreichDramatische Lage in Salzburg – Krankenhäuser bereiten Triage vor

Österreich / Dramatische Lage in Salzburg – Krankenhäuser bereiten Triage vor
Blick auf rote Ampeln und Wegweiser vor dem Salzburger Uniklinikum: Den Salzburger Landeskliniken droht die völlige Überlastung Foto: dpa/Barbara Gindl

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Die Krankenhaus-Versorgung im österreichischen Bundesland Salzburg steht wegen der angespannten Corona-Lage auf der Kippe. Die Salzburger Landeskliniken gaben am Dienstag bekannt, dass ein Triage-Team zusammengestellt werde, weil die Behandlung aller Patienten nach geltenden Standards schon bald nicht mehr garantiert werden könne. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. Laut dem Sprecher der Kliniken soll das Team künftig darüber beraten, wer noch intensivmedizinisch behandelt werden kann und wer nicht.

In Reaktion auf den Hilferuf des Klinikbetreibers mit seinen vier Krankenhäusern kündigte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP) Entlastungsmaßnahmen an. „Die Situation ist besorgniserregend“, sagte er während einer Pressekonferenz. Unter anderem sollen manche Corona-Patienten in Zentren für medizinische Rehabilitation untergebracht werden. Außerdem wurde die Bevölkerung aufgefordert, sich bereits vier Monate nach der zweiten Corona-Impfung eine dritte Injektion als Auffrischung zu holen. Laut Haslauer seien mehr als ein Drittel aller neu Infizierten doppelt geimpft.

Mediziner fordern Lockdown

Salzburg verzeichnet derzeit mit mehr als 1.500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter den österreichischen Bundesländern. Knapp dahinter folgt Oberösterreich mit einem Wert von mehr als 1.400. Österreichs Intensivmediziner forderten deshalb am Dienstag einen kurzen Lockdown für die Gesamtbevölkerung in diesen zwei Regionen. Die Situation sei „sehr, sehr angespannt“, sagte Walter Hasibeder, der Präsident des Berufsverbandes Ögari.

Die konservative ÖVP von Bundeskanzler Alexander Schallenberg hat sich in den vergangenen Tagen vehement gegen den Vorstoß von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gestellt, bundesweit allgemeine nächtliche Ausgangsbeschränkungen einzuführen, mit Verweis darauf, dass dies für die Geimpften nicht zumutbar sei. Stattdessen setzt die konservative Kanzlerpartei auf den Lockdown für Ungeimpfte, der seit Montag in Österreich in Kraft ist. Mückstein will am Mittwoch die Lage neu bewerten. (dpa)