Unser Planet, der zum meisten Teil aus Wasser besteht, wird immer mehr verschmutzt. Es befindet sich immer mehr Plastik im Meer: Zurzeit sind es ungefähr 400 Millionen Tonnen. Der Plastikmüll ist ein globales Problem und wir Menschen reagieren viel zu spät, um diese Verschmutzung zu stoppen. Das, was wir sehen, ist nur die Spitze des Müllbergs, denn mehr als 70% der Abfälle sinken auf den Meeresboden oder sie schwimmen in tieferen Wassersichten.
Wie gelangt Plastik überhaupt ins Meer?
Es ist eigentlich ganz einfach: Der größte Teil kommt vom Land. Der Müll gelangt in die Abwässer und dadurch in die Flüsse, die wiederum den Müll in das Meer spülen. Oder es gibt auch ganze Müllkippen direkt an der Küste, wo der Müll ins Wasser geschmissen wird. Ein anderes Problem ist die Schifffahrt, die einen großen Teil zur Vermüllung im Meer beiträgt.
Was sind die Folgen dieser Plastikflut im Meer?
6% des globalen Erdölverbrauchs werden eingesetzt, obwohl jährlich fast 400 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert werden. Bei der Produktion von Kunststoffen werden große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt und gleichzeitig sterben Millionen von Tieren wegen des unachtsam weggeworfenen Plastikmülls. Die Meerestiere verheddern sich in Netzresten oder Schnüren, manche Tiere ertrinken sogar deswegen. Andere werden verstümmelt, weil Plastiknetze, -flaschen und -fäden oder Gummiringe das Wachstum der Gliedmaßen oder des Körpers behindern. Viele Seevögel picken die Plastikteile von der Wasseroberfläche oder vom Strand und füttern ihre Jungen damit. Das bringt mit sich, dass die Jungtiere verhungern, weil sich ihr Magen mit Müll statt mit Nahrung füllt.
Plastik baut sich im Wasser sehr langsam ab, das dauert meist Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte und entwickelt sich so auch zum Mikroplastik. Mikroplastik befindet sich aber auch in unserer Kleidung, so wie in sehr vielen Kosmetikprodukten. Es wird beim Waschen freigesetzt und gelangt so in unser Abwasser. Diese winzigen Partikel sind sehr schwer herauszufiltern und gelangen dadurch genau wie die großen Plastikstücke am Ende der Kette wiederum ins Meer. Fische und andere Lebewesen nehmen Mikroplastik durch die Nahrungskette auf und somit gelangen die Schadstoffe auch auf unseren Tellern. Mikroplastik gelangt aber nicht nur durch die Nahrung in unsere Körper, sondern auch durch die Luft. Die Millionen Fahrzeuge, die sich täglich auf unseren Straßen fortbewegen, geben durch die Abnutzung der Reifen Mikroplastik in die Atmosphäre ab. Inzwischen wurde herausgefunden, dass wir Menschen 5 Gramm Plastik pro Woche durch Essen, Trinken oder Atmen zu uns nehmen.
Im Meer sollen Plastikinseln treiben, die größer als viele Länder sind. Umweltforscher sprechen vom „Great Garbage Patch. Dies ist einer der größten Müllflecken der Welt mit 1.800.000.000.000 Plastikteilchen, was etwa 1.600.000 Quadratkilometern und damit viermal der Fläche Deutschlands entspricht. Studien von vielen Forschern zeigen, dass die Konsequenzen der Vermüllung für den Menschen und insbesondere für Gemeinden an den Küsten immer ernster werden. Das Ganze ist schon lange nicht mehr als Scherz zu sehen.
Was kann man dagegen tun?
Es gibt weltweit viele Organisationen wie NABU, One Earth – One Ocean oder 4ocean, die Plastik und Müll aus dem Meer einsammeln. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) zum Beispiel engagiert sich in vielfältiger Weise für den Schutz unserer Meere. Mit dem Projekt „Meere ohne Plastik“ bündelt er verschiedene Aktivitäten, um die Plastikflut im Meer zu stoppen.
Jeder kann einen Beitrag leisten
4ocean ist eine Organisation die Plastik, aus den Weltmeeren entsorgt. Danach sortieren die Mitarbeiter alles und machen unter anderem Armbänder aus dem recycelten Müll, die sie dann verkaufen. Mit dem Erlös können sie somit ihre Organisation weiterhin unterstützen. Im Moment haben sie 3.808.028,15 Kilogramm Plastik aus dem Meer geholt. Das klingt nach viel, aber es ist bei weitem nicht so viel wie das, was in den ganzen Ozeanen liegt.
Doch nicht nur Organisationen können etwas unternehmen, sondern auch wir Menschen, sogar jeder Einzelne von uns. Man könnte den Eigenverbrauch an Plastik reduzieren. Zum Beispiel wenn man einkaufen geht, kann man seine eigenen, mehrfach benutzbaren Stoffbeutel mitnehmen. Oder einfach direkt beim Einkauf schon aufpassen, damit man nicht zu viele Produkte einkauft, die in Plastik gehüllt sind, wie Joghurt oder Getränke im Glas, Mehrwegflaschen usw.
„Fastfood to go“ macht auch viel Müll. Hier wären wiederverschließbare Kaffeebecher oder mitgebrachte Brote in einer Box von zu Hause einsetzbar und würden die Natur und den Geldbeutel schonen. Ein anderes Beispiel: Bei Strandausflügen sollte man alles, was man mitgenommen hat, wieder einpacken, denn bleibt der Müll liegen, wird er später ins Meer gespült.
Man sieht also, dass man versuchen soll, weniger Plastik zu verwenden, um gegen das Müllproblem anzukämpfen. Um das zu erreichen, müssen jedoch Industrie, Einzelhandel, Politik und die Bevölkerung zusammenhalten.
Ich bin der Meinung, wenn schon jeder einen kleinen Beitrag von sich selbst aus leistet, könnten wir zumindest einen kleinen Teil der Verschmutzung im Meer stoppen. Vielleicht ist es dann noch nicht zu spät, um Schlimmeres zu verhindern. Es gilt also gemeinsam an einem Strang zu ziehen und unserer kostbaren Natur helfen, sich zu erholen, damit sie uns so schön erhalten bleibt.
Zu Demaart
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