Mittwoch14. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Informations-Austausch bei Weißwein

Informations-Austausch bei Weißwein

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Seit Montag pflügt sich das Gericht durch 290 Seiten an Aussagen von wichtigen Zeugen in diesem Prozess. Geheimdienst-Chef Heck ist am Dienstag auch dabei.

Neben dem ehemaligen Gendarmerie-Chef Colonel a. D. Aloyse Harpes und dem aktiven Polizeioffizier Armand Schockweiler sitzt am Dienstag auch Srel-Direktor Patrick Heck im Zeugenstand.

Am Montag wurden die Aussagen von Harpes, Schockweiler und dem damaligen Untersuchungsrichter Prosper Klein vorgelesen. 99 von 290 Seiten der Aussagen drehten sich um das damalige Verhältnis zwischen den Ermittlern (damals Leiter Schockweiler), dem Untersuchungsrichter (Klein) und dem Gendarmerie-Chef Harpes. Prosper Klein wurde damals regelrecht bei den Ermittlungen in der Bommeleeër-Prozess ausgebootet und vom Informationsfluss bei den Ermittlungen rausgehalten. Prosper Kein, heute Richter, unterstrich am Dienstag, dass er damals keine Unterstützung hatte. Auch nicht vom damaligen Untersuchungsrichter Camille Wampach

Lauschaktion

Am Dienstag ging es um die Aussagen von Geheimdienstchef Patrick Heck hier vor Gericht am 18. Dezember 2013. Laut Heck wurde der damalige Gendarmerie-Kommandant Harpes heimlich abgehört. Heck beruft sich auf den früheren Geheimdienstmitarbeiter Loers. Dieser hatte sich beim Srel gemeldet und die Informationen bestätigt. Die Lauschaktion zwischen 1985 und 1986 soll demnach über die Kaseren auf dem Herrenberg ausgeführt.

Der Geheimdienst-Chef Heck äußerte vor Gericht große Zweifel, dass über die Armee-Kaserne Aloyse Harpes belauscht wurde. Hinweise dafür gibt es heute nicht mehr. Spuren zu einer angeblichen Abhöraktion gibt es nicht mehr. Es gibt beim Geheimdienst auch keinerlei Unterlagen (Abrechnungen) über Loers. Der Mann soll damals 20.000 Flux erhalten haben.

Keine Spuren

Patrick Heck hatte sich bei einem Treffen im November 2012 persönlich mit Aloyse Harpes über die Gerüchte um die Lauchaktion informiert. Bei einem Glas Weißwein wollte Heck von Harpes wissen, warum er als Gendarmerie-Chef abgehört werden sollte. Laut Heck sollten diese Informationen helfen, um Spuren beim Geheimdienst über diese Aktion zu finden. Heck erklärte dem Gericht, dass sein Vater Aloyse Harpes gut kannte. Er spricht von freundschaftlichen Beziehungen zur Familie.

Srel-Chef Heck äußerte bei seinen Aussagen im Dezember 2013 große Zweifel an den Aussagen von Loers über die angebliche Abhöroperation. Er schloß sie aber auch nicht aus. Gaston Vogel, Anwalt vom Angeklagten Marc Scheer hat große Zweifel an dem Treffen zwischen Heck und Harpes. Ging es auch um die Bommeleeër? Ein klare Antwort gibt es bis heute nicht. Vogel spricht von der «Mauer Srel-Harpes».

Keine Einwände

Am Dienstag haben am Ende der Lesung Patrick Heck (Srel), Armand Schockweiler und Aloyse Harpes ihre Aussagen unterschrieben. Harpes präzisierte noch am Ende, wer wo damals welche Verantwortung im Gendarmerie-Corps hatte und welche Versetzungen es gab. Die Namen werden in seiner Aussage ergänzt. Harpes dementiert auch die Aussage von Prosper Klein, dass er vom damaligen Minister Fischbach in irgendeiner Weise unter Druck gesetzt wurde. Es ging um die Aussage «Tëppelchen op den i gesat kritt huet»

Die Aussagen gehen jetzt an den verantwortlichen Untersuchungsrichter. Sie können jetzt bei den Ermittlungen gegen die Polizeioffiziere verwendet werden. Der Geheimdienstchef Patrick Heck ist davon nicht betroffen. Seine Aussagen fließen in die Unterlagen zu Harpes.