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Immer mehr Straftaten

Immer mehr Straftaten
(Rene Hoffmann)

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43.000 Straftaten hat die Polizei 2014 registriert. Das sind fast acht Prozent mehr als 2013. Vor allem die Einbrüche und die Drogendelikte nahmen weiter zu.

In Luxemburg wurden 2014 mehr Straftaten festgestellt. Das liege unter anderem an der steigenden Bevölkerungszahl und der Zunahme der Meldungen, sagte der stellvertretende Polizeichef Donat Donven am Mittwoch. Im vergangenen Jahr wurden 43.000 Straftaten registriert. Das sind 7,83 Prozent mehr als 2013. Obwohl die Polizei präsenter ist, stieg die Kriminalität im Land. Im vergangenen Jahr wurden alleine 25.545 Straftaten gegen Objekte (Einbrüche, Diebstahl, Vandalismus) gezählt. 8936 Straftaten richteten sich gegen Personen und 8607 Delikte fielen unter die Kategorie «Verschiedenes» und betrafen unter anderen den Drogenkonsum- und Verkauf, die Lärmbelästigung, Umweltdelikte, die Wilderei usw. Hier bereiten besonders die Drogendelikte den Ordnungshütern Sorgen. Ihre Anzahl erhöhte sich auf fast 4.000.

Auch im letzten Jahr nahmen die Einbrüche und Einbruchsversuche weiter zu. Hier waren mit 1.951 Fällen besonders bewohnte Häuser betroffen, so Donven. Handy-Diebstähle wurden 279 gezählt. Im letzten Jahr wechselten 325 Fahrzeuge unfreiwillig den Besitzer. Die Polizei registrierte des Weiteren 566 gewalttätige Überfälle. Letztes Jahr wurden ein Laden und zwei Tankstellen überfallen, so der stellvertretende Polizeidirektor am Mittwoch. Und es seien noch immer Diebesbanden unterwegs, warnte Donven.

Gewaltbereitschaft bleibt hoch

Die Beamten mussten 876 Mal wegen häuslicher Gewalt eingreifen. In 330 Fällen wurde ein Hausverweis ausgesprochen. Im allgemeinen nimmt die Gewaltbereitschaft zu, so Donven. Es wurden im letzten Jahr 3.187 Fälle von Körperverletzung gezählt. Das sei ein Zuwachs von 5,6 Prozent. Es wurden 2014 vier vorsätzliche Morde gezählt. Auch die Polizeiuniform nötige nicht mehr den notwendigen Respekt ab, so Donven. So wurden 237 Beamtenbeleidigungen festgestellt und 107 Fälle von Widerstand gegen die Staatsgewalt. In 3.489 Fällen wurden Drohungen ausgespochen, Frechheiten geäußert oder Klage wegen übler Nachrede eingereicht, kann man im Jahresbericht nachlesen.

Frauen sind noch immer oft das Ziel von Gewaltverbrechern: 2014 kam es zu 73 Vergewaltigungen. Es gingen 108 Klagen wegen unzüchtigem Benehmen bei der Polizei ein.

Fast zehn Prozent der Straftäter sind minderjährig

Was das Alter der mutmaßlichen Straftäter betrifft, so sind 9 Prozent von ihnen minderjährig. Die Rate bleibe seit einigen Jahren stabil, so Donven. Die meisten Jugendlichen werden wegen Schlägereien und Drogendelikten protokolliert.

Bei den Gemeinden seien nach wie vor die bevölkerungsreichsten Kommunen von der Kriminalität betroffen. In allen sechs Polizeibezirken sei jedoch ein Anstieg der Delikte festgestellt worden. Bei den Einbrüchen seien es vor allem Villen und alleinstehende Häuser in der Nähe der Verkehrsadern, die das Ziel der Gauner seien.

Der stellvertretende Generaldirektor warnte am Mittwoch vor einer falschen Interpretation der Statistiken. Es gebe bei allen Straftaten immer eine Dunkelziffer, so Donven. Weil die Justiz nur die verhandelten Fälle und die Verurteilungen registriere, können ihre Zahlen andere sein. Des Weiteren würden Delikte, die 2014 begangen wurden, aber erst nach dem 1. Februar dieses Jahres angezeigt wurden, nicht in die Statistiken von 2014 einfließen.

Polizei muss Prioritäten setzen

Die Bekämpfung der Kriminalität gestalte sich immer schwieriger, so der stellvertretende Polizeichef. Leider müsse man Prioritäten setzen. Man könne nicht permanent und überall präsent sein. Als Beispiel nannte er die Kampagne gegen die Einbrüche. Hier seien Ressourcen eingesetzt worden, die anderswo fehlten, so Donat Donven. Die Polizei hatte im letzten Jahr nach einer drastischen Erhöhung der Einbrüche die Zahl der Streifen erhöht und mehr Präsenz in den Vierteln und Ortschaften gezeigt. Es wurden während der Kampage jedoch weniger Verkehrskontrollen durchgeführt. Verschiedene Reviere seien nicht andauernd besetzt gewesen, bedauerte Donven. Bei der Polizei arbeiteten am 1. Januar 2014 insgesamt 2.145 Personen. Die Aufklärungsrate der Polizei schließlich liegt bei 43 Prozent.

Ein externes Audit soll nun klären, wo bei der Polizeiarbeit noch Verbesserungsbedarf besteht, kündigte Donven an. Er wollte aber am Mittwoch keine weiteren Details über die Analyse preisgeben.

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