
So zogen im Raum Trier die Preise im vergangenen Jahr um über fünf Prozent an. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht Rheinland-Pfalz 2015 hervor, den Innenminister Roger Lewentz am Montag in Mainz vorstellte. Gerade im Bereich der luxemburgischen Grenze gab es 2014 eine deutlich größere Nachfrage nach Immobilien. Unweit zur Luxemburg Grenze und in der Stadt Trier liegt der sogenannte Bodenwert mit bis zu 420 €/m² am Höchsten im Nachbarland.
Während das Bodenwertniveau im Umland anderer Oberzentren schnell abfällt, besitzt das grenzseitige Umland von Trier zu Luxemburg ein ungewöhnlich hohes Bodenwertniveau. Für den Raum Trier erwarten die Statistiker – entgegen dem großräumigen Trend – auch weiterhin Bevölkerungszuwächse durch die angrenzende Lage an Luxemburg, heißt es in dem Bericht.
Trend hält an
Die stärksten Anstiege können dabei Trier sowie der Landkreis Trier-Saarburg verbuchen. Dort wird erwartet, dass die Bevölkerungszahlen bis 2030 noch um 4,2 bzw. 3,9 Proeznt zunehmen wird. Als Grund wird das wirtschaftlich sehr dynamische
Luxemburg genannt. Aufgrund des – gegenüber Rheinland-Pfalz – deutlich höheren Bodenwertniveaus in Luxemburg hält der Trend zum Kauf einer Immobilie auf deutscher Seite bei den Luxemburgern an.
Laut dem Grundstücksmarktbericht machen die Luxemburger 90 Prozent aller ausländischen Erwerber auf der deutschen Seite aus. Das Bodenpreisniveau in Luxemburg liegt derzeit beim Dreifachen des Preises im rheinland-pfälzischen Grenzbereich. Auch bebaute Grundstücke werden zu deutlich höheren Kaufpreisen
gehandelt.
Starker Unterschied
So lag der durchschnittliche relative Kaufpreis für Eigentumswohnungen im Zeitraum Juli 2013 bis Juni 2014 in Echternach bei 3.500 bis 4.000 €/m² Wohnfläche, in Grevenmacher bei 4.000 bis 4.400 €/m². Zum Vergleich: In Trier werden für eine Eigentumswohnung in sehr guter Lage und 90 m² Wohnfläche durchschnittlich 2.600 €/m² erzielt. Die angegebenen durchschnittlichen Bodenwerte für Luxemburg wurden von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für den Bereich Westeifel-Mosel bei ortsansässigen Maklern erfragt. Die notariellen Verkaufsakten
werden in Luxemburg zwar erfasst und es existieren auch durchschnittliche Kaufpreise für Wohnungen, allerdings sind momentan noch keine Auswertungen der Kaufpreise für Wohnbauland und auch kein Pendant zu den deutschen Bodenrichtwerten verfügbar, heißt es.
Dieses starke Preisgefälle und das geringe Angebot im Bereich des individuellen Wohnungsbaus in Luxemburg sind die Gründe für die starken Preisbewegungen im deutschen Grenzgebiet. Denn viele Luxemburger haben ihren Wohnsitz in den deutschen Grenzraum verlegt. Aufgrund der höheren Verdienste und der damit einhergehenden höheren Kaufkraft ist dieser Käuferkreis in der Regel bereit, Preise zu bezahlen, die deutlich über dem durchschnittlichen Bodenpreisniveau in Rheinland-Pfalz liegen.
Zu Demaart
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