Ob Indexmanipulation, Indexverschiebung oder Indexdecklung. Für Justin Turpel (Déi Lénk) steht fest, der Warenkorb darf nicht manipuliert werden. «Wir müssen was am Verhalten der Leute und nicht am Warenkorb ändern. Der Index ist keine Lohnerhöhung. Es ist die einzige Möglichkeit, wo der Bürger die Möglichkeit hat, die Teuerung im Land auszugleichen.
Justin Turpel (Déi Lénk) kritisiert, dass in Luxemburg gerne kleine Unternehmen mit Schwierigkeiten als Prätext von den großen multinationalen Unternehmen benutzt würden, um am Mindestlohn, Arbeitszeit und Index zu drehen. «Die lokalen Unternehmen müssen unter anderem mit hohen Betriebskosten und «Billigwaren-Konkurrenz» funktionieren. Jährlich werden 3000 Betriebe gegründet, 2000 gehen Pleite, das ist enorm,» so die Kritik des Politikers. Sein Vorschlag: Hat ein Unternehmen ein eigentlich funktionierendes Geschäftsmodell zum Überleben, bekommt aber Probleme mit dem Index oder durch Arbeitszeitverkürzung, sollte man den Firmen unter die Arme greifen.
Thema Indexecklung ist Turpel ein Dorn im Auge. Schuld habe der große Lohnunterschied im Land. «Die Einkommensscheere ist enorm. Natürlich muss man dagegen etwas tun. Dafür ist aber der Index nicht da. Großverdiener müssten die Gehälter gekürzt werden,» so Turpel. Falsche Argumente schaden nur.
«Unsere Position beim Thema Index ist klar, «sagt Lucien Lux von der LSAP. Nach den Wahlen muss die neue Regierung mit den Sozialpartnern die aktuelle wirtschaftliche-, finanzielle- und die Arbeitsmarktsituation im Land analysieren und festhalten, wie es ab 2015 weitergehen soll. Wenn wir zur Überzeugung kommen, dass auf dem Niveau vom Index auch weiterhin eine Modulation stattfinden soll, sind wir dafür, dass wir die Lösung wie wir sie heute haben (eine garantierte Indextranche am 1. Oktober) weitergehen soll. «Alle andere Lösungen sind falsche Wege.», unterstreicht Lux. Er sieht sonst einen Verlust von 522 Millionen Euro an Kaufkraft im Land.
«Eine Decklung ist der Anfang vom Ende des Index,» mahnt der LSAP-Politiker. Hier schürt das Patronat fleissig an der Lunte. Lux befürchtet eine Spirale nach oben. Lux spricht von einer Ordnungspolitik: «Wir müssen die Instrumente nehmen, die dafür da sind um eine Umverteilung zu gewährleisten. Der Index ist kein solches Instrument, er dient der Kaufkraft.» Er sieht hier die Steuern als ein Umverteilungsinstrument. «Uns schwebt in diesem Zusammenhang immer noch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes vor,» sagt Lux. Umverteilung von oben nach unten, aber nicht mit dem Index, betont der LSAP-Politiker.
Auch für François Bausch (Déi Gréng) bleibt der Index ein wichtiges Instrument in Luxemburg. Es ist ein Ausgleich für die Inflation. Bausch fürchtet bei einer Abschaffung eine Zweiklassen-Gesellschaft. Wir müssen wieder zum Index kommen, wie er vor der Krise war. Allerdings lehnt er (in Krisenzeiten) eine Modulation nicht ab. Dies müsse aber in enger Abstimmung mit den Sozialpartner geschehen. Einen gedeckelten Index lehnt auch der Grünen-Politiker klar ab. Das bedeutet das Ende für den Index, unterstreicht Bausch. Anstatt am Index zu schrauben, soll man sich die Steuern vornehmen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können