Mittwoch28. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Hoffen auf Ende der Dauerkrise

Hoffen auf Ende der Dauerkrise

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Der Karibikstaat Haiti ist bitterarm. Die Abstimmung über den Präsidenten, ein neues Parlament und Teile des Senats ist mit hohen Erwartungen verbunden. Sorgen bereiten mögliche Gewaltausbrüche.

Nach Jahren der politischen Blockade hofft das bitterarme Haiti, mit der Wahl eines neuen Präsidenten die politische Dauerkrise zu beenden. Bei der Abstimmung in dem kleinen Karibikstaat waren am Sonntag rund 5,8 Millionen Haitianer auch dazu aufgerufen, das Parlament und zwei Drittel des Senats neu zu bestimmen. Staatschef Michel Martelly scheidet voraussichtlich Anfang 2016 nach fünf Jahren aus dem Amt. Es wurde erwartet, dass der nächste Präsident erst nach einer Stichwahl am 27. Dezember feststeht.

54 Kandidaten bewarben sich um das höchste Amt, einen klaren Favoriten gab es nicht. Die Wahl verlief zunächst ruhig.

Vor Gewaltszenen gewarnt

Beobachter hatten im Vorfeld vor Gewaltszenen wie beim ersten Durchgang der Parlamentswahl am 9. August gewarnt. Wegen eines Streits zwischen Regierung und Opposition musste diese Wahl seit 2011 mehrfach verschoben werden. Das letzte Parlament wurde im Januar dieses Jahres aufgelöst. Seitdem regiert Martelly per Dekret.

Sorgen bereitete der internationalen Gemeinschaft auch die niedrige Wahlbeteiligung. Mitte August gingen nach offiziellen Angaben nur rund 18 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen. Nach Jahren der Misere haben viele Menschen das Vertrauen in ihre korrupte politische Elite verloren.

Von Entwicklungshilfe abhängig

Seit dem verheerenden Erdbeben von Januar 2010 ist Haiti stark von der Entwicklungshilfe aus dem Ausland abhängig. In den Jahrzehnten zuvor wurden Präsidenten oft von Militärs aus dem Amt geputscht oder durch Volksaufstände abgesetzt.

«Dieses Land braucht radikale Veränderungen in der Form, wie Politik gemacht wird», sagte der bekannte Intellektuelle Arnold Antonin der Deutschen Presse-Agentur. In einem Land mit einer derart hohen Arbeitslosigkeit sei Politik für die meisten nur ein Weg, an Geld zu kommen. Der Dokumentarfilmer unterstützt seit langem ein Forum der Zivilgesellschaft, das unter anderem von dem Staat unabhängige Institutionen für den Wiederaufbau des Landes fordert.