Die Bewohner der Kopenhagener Hippie-Kommune Christiania haben sich auf den Kauf des von ihnen besetzten Landes geeinigt.
Christiania ist in seinem Selbstverständnis ein von Dänemark unabhängiger Staat, auch wenn es mitten in Kopenhagen liegt (Tageblatt/Jens Dige)
Als 1971 das dänische Militär einige Baracken auf Christianshavn räumte, zogen gleich darauf Hausbesetzer ein. Sie waren so zahlreich, dass die Räumung des Geländes nach mehreren Versuchen aufgegeben wurde. Am 24. September 1971 wurde die Freistadt Christiania ausgerufen. (Tageblatt)
In Christiania gelten grundsätzlich nur vier Regeln: keine harten Drogen, keine Rockerwesten mit Klubabzeichen, keine Waffen und keine Gewalt. (A3131 epa Scanpix Jens Noergaard Larsen)
Ein typisches Wohnhaus: Das "Bananenhaus". (Wladyslaw Sojka)
Christiania gilt inzwischen als Dänemarks grösste Touristenattraktion. (Tageblatt/Hougaard Niels)
Der Streit um Verbleib oder Räumung des Quartiers mit knapp 1000 Bewohnern gehört seit der Besetzung fest zum politischen Alltag in Dänemark. (dpa Scanpix Larsen)
Darum kam es in der Vergangenheit immer wieder zu heftigen Ausschreitungen mit der Polizei (dpa/Yoan Valat)
Das legendäre Alternativ-Quartier kämpft jetzt um sein Überleben. (dpa/Jens Noergaard Larsen)
Ein Sprecher von Christiana sagte der Nachrichtenagentur AP am Samstag, die Kommune werde auf ein entsprechendes Angebot der dänischen Regierung eingehen. 150 Millionen Kronen (20 Millionen Euro) dürfte das Grundstück, ein ehemaliges Marinefort, kosten.
Diese Woche schloss die Kommune, in der 900 Menschen leben, erstmals seit ihrer Gründung 1971 die Tore für Besucher, um über das Angebot der Regierung zu beraten.
Gewaltsame Proteste
Die Hippies lebten lange Zeit unbehelligt von den Behörden. Ab 2004 ging die Polizei jedoch gegen den Drogenhandel in der Siedlung vor. Die Regierung kündigte an, einige Häuser abreißen zu lassen, was zu teils gewaltsamen Protesten der Bewohner führte. Sie verklagten 2006 die Regierung und erklärten, sie hätten ein Recht auf die Nutzung des Landes, auch wenn es ihnen nicht gehöre. Nach
jahrelangem Rechtsstreit verloren sie Anfang des Jahres den Prozess
gegen die Regierung.
Diese setzte der Kommune eine Frist bis 2. Mai, auf ihr Angebot, das Land zu kaufen und damit rechtmäßige Besitzer zu werden, einzugehen.
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