EUPEN – Obschon offizielle Stellen den Umfang des Großbrandes minimisieren wollen, sind nach vorläufigen Schätzungen bei dem Schadenfeuer im Hohen Venn) mehr als 1.600 Hektar Wald und Heide vernichtet worden.
Im Hohen Venn hat in der Nacht zum Dienstag der verheerendste Waldbrand in der Geschichte des belgisch-deutschen Naturschutzgebietes gewütet und bis zu 1000 Hektar Torflandschaft verwüstet. (dapd/Stringer)
Die Rauchsäule durch das Feuer ist noch viele Kilometer entfernt sichtbar. (dapd/Nicolas Lambert)
Auch ein belgischer Löschhubschrauber war im Einsatz. (dapd/Nicolas Lambert)
Der Brand war in einem schwer zugänglichen Gebiet des Naturschutzparks ausgebrochen. (dapd/Nicolas Lambert)
Der Brand war am Ostermontag nahe der Stadt Eupen ausgebrochen. Die Behörden schließen Brandstiftung nicht aus. (Ralf Roeger)
300 Feuerwehrleute waren die ganze Nacht im Einsatz und konnten die Flammen schließlich unter Kontrolle bringen. (Ralf Roeger)
Von den insgesamt 1.600 Hektar abgebrannter Waldfläche befinden sich 1.400 Hektar im Naturschutzgebiet, was immerhin einem Areal von 2.100 Fussballfeldern entspricht und ein Drittel des gesamten Naturschutzgebietes ausmacht.
Am späten Dienstag kam die Meldung, dass der Brand mittlerweile unter Kontrolle, aber keineswegs definitiv gelöscht sei. Im Torfboden schwelt das Feuer weiter.
Unwiderruflich zerstört
Die Auswirkungen auf Fauna und Flora sind noch nicht ganz auszumachen, doch bereits jetzt steht fest, dass einzigartige und nur hier gedeihende Pflanzen unwiderruflich zerstört wurden. Auch die Tierwelt wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, wie z.B. der Auerhahn, der hier bereits selten vorkam.
Weil Brandstiftung laut den bisherigen Ermittlungen nicht ausgeschlossen werden kann, hat der zuständige wallonische Minister Benoît Lutgen ein Adhäsionsverfahren („partie civile“) gegen Unbekannt angekündigt.
Eric Rings, geboren 1979 in Esch/Alzette, studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Heidelberg und fing 2010 als Journalist beim Tageblatt an. Seit 2019 schreibt er über innenpolitische Themen.
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