Im Vorfeld der anstehenden Sozialwahlen wurden 538 Personen aus dem privaten und dem parastaatlichen Sektor über die Erwartungen an die Gewerkschaften befragt. Nicht befragt wurden allerdings die Grenzgänger, die jedoch einen großen Teil der Wahlberechtigten bei den Sozialwahlen darstellen.
82 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Gewerkschaften die Mission haben, die Interessen der Arbeitnehmer in den Betrieben zu verteidigen.
Die Interessen der Arbeitnehmer
Auch die Rechtshilfe (80%) und die Verteidigung der Interessen der Arbeitnehmer auf nationaler Ebene (76%) werden als wichtige Missionen angesehen. Was die von den Gewerkschaften zu ergreifenden Maßnahmen angeht, steht eine seriöse Analyse der Situation an erster Stelle, gefolgt von der Unterbreitung von Vorschlägen sowie Verhandlungen. Erst danach kommt die Mobilisierung für Demonstrationen und Streiks.
Die diesbezügliche Fragenstellung ist aber sehr generell und wird nicht weiter detailliert, wobei man logischerweise davon ausgehen müsste, dass die Bereitschaft zu demonstrieren und/oder zu streiken sehr stark vom präzisen sozialen Kontext sowie von der Einstellung der gegenüberstehenden Verhandlungspartner anhängt. Auch kann man feststellen, dass die Erwartungen bezüglichen der Linie der Gewerkschaften variieren.
Harte Linie oder Verhandlungen?
So plädieren 30% der Befragten für eine härtere Linie, während 43% denken, dass Verhandlungen privilegiert werden sollten. Dabei gilt die Regel: mit steigendem Alter werden Verhandlungen vorgezogen, während die jüngeren Generationen sich kämpferischer zeigen. Generell spricht sich eine Mehrheit der Befragten für eine proaktive, innovative, parteipolitisch unabhängige und pragmatische Gewerkschaft aus, die auf ihre Basis hört.
Dieser TNS-Ilres-Umfrage zufolge würde die Idee einer Einheitsgewerkschaft nur von 25 Prozent der Residenten befürwortet. Bei den Mitgliedern des OGBL ist die Akzeptanz allerdings höher als bei den Mitgliedern des LCGB.
Zu Demaart
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