
Wer seine im Ausland erworbene Kunstsammlung heute nicht in den eigenen vier Wänden ausstellen möchte, der kann sie in riesigen, hochgesicherten «Freeports» aufbewahren. Diese Freihandelslager, in der Regel in unmittelbarer Nähe eines Flughafens gelegen, sind «ex-territorial», also nicht Teil des jeweiligen Landes.
Am Mittwoch (17. September)öffnet ein solcher Freeport am Findel seine Pforten. Das Luxemburger Künstlerkollektiv «Richtung22» hat Probleme mit dem Lager. «Es ist äußerst bedenklich, dass Kunst als Spekulationsgut verwendet werden soll, Kunst wird hier zweckentfremdet. Wenn die Einweihung des Freeports nicht zu einem Aufschrei unter Künstlern führt, können wir einpacken,» Maurice Sinner von «Richtung 22».
«Ultrareichen»
«Besonders in Zeiten, in denen die TVA erhöht wird, ist es beruhigend zu sehen, dass es auch hier in Luxemburg noch Orte gibt, in denen Steuerfreiheit möglich ist. Zwar nur für Geschäfte zwischen Ultra-Reichen, aber immerhin,» meint Lars Schmitz vom Künstlerkollektiv ironisch.
Hinter der neuen Freihandelszone «Freeport» am Findel steht die Schweizer «Natural Le Coultre» (NLC) Gruppe. Die Importe in die Freihandelszone werden von den Einfuhrzöllen, Umsatzsteuern und anderen Steuern und Abgaben befreit. Innerhalb dieses Bereichs kann Warenaustausch unter Händlern stattfinden, was den Wert der Ware steigern soll. Die Steuern fallen beim Export. Der Staat erhofft sich damit zusätzliche Einnahmen.
60 Prozent der Flächen in der neuen Lagerhale sind bereits vermietet. An wen, bleibt ein Geheimnis.
Zu Demaart
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