Mit riesigen Werbeflächen oder kleinformatigen Postern, die an Straßenlampen befestigt sind, kämpfen zurzeit die Parteien um jede einzelne Stimme. Im Vergleich zu 2008 werden die Werbespots in den Kinos allerdings nicht ausgestrahlt. Die großen Werbeflächen gehören zu den teuersten Propagandamitteln der Parteien. Sie sind vor allem entlang der wichtigsten Straßen des Landes aufgestellt oder sind auf öffentlichen Plätzen gut sichtbar. Das Aufstellen von Wahlplakaten entlang der Autobahn ist untersagt. Zum Ärgernis der Parteien werden den Plakaten von Unbekannten mutwillig schwere Schäden zugefügt oder sogar entwendet. Eins ist sicher: In zwei Gemeinden werde die Plakate keinen Kratzer abkommen. Der Grund: Die Parteien dürfen hier überhaupt keine Wahlpropaganda an den Straßenränden durchführen.
«Wir sind überrascht, dass jeglichen Parteien das Aufstellen von Wahlplakaten in den Gemeinden Koerich und Waldbillig untersagt wurde», so ein Sprecher der „déi gréng“ gegenüber Tageblatt.lu.
Bei „déi gréng“ wurden zwei bis drei Wahlplakate pro Bezirk beschädigt. Ein Poster wurde in Ettelbrück mit einer Spraydose beschmiert. Für die Wahlkampagne beläuft sich das Budget auf rund 400.000 Euro.
„Wir haben 1.200 Wahlplakate hergestellt. Wir rechnen damit, dass bis zum Ende der Wahlkampagne ein Viertel zerstört wird“, beklagt sich ein Sprecher der Kommunistischen Partei. Letztere hat zwischen 30.000 und 35.000 Euro für die Wahlkampagne bereitgestellt.
Diebe beklauen Piraten
Bei den Piraten spricht man von 10 bis 15 Werbepostern, die an Straßenlampen befestigt waren und nun spurlos verschwunden sind. Vor alle im Raum Hauptstadt waren die Diebe sehr aktiv, so die Piraten. Insgesamt 1.500 Postern ließ die Partei herstellen. Das Wahlbudget der Piraten liegt bei 25.000 Euro.
Die LSAP hat rund 600.000 Euro für ihre Wahlkampagne bereitgestellt und tausende Poster drucken lassen. Zwei Plakate der Sozialisten, eine auf dem Hollericher Platz und das Zweite im Bambësch, wurden regelrecht abgerissen.
Schulen bieten keinen Schutz
Die DP beklagt, dass zahlreiche Plakate, die sich in der Nähe von Schulen befanden, abgerissen worden sind. Ein Wahlplakat wurde in Esch/Alzette beschädigt, während zwei weitere im Norden des Landes dem Vandalismus zum Opfer fielen. Zwischen 500.000 und 600.000 Euro hat die DP für die Wahlkampagne zur Verfügung gestellt.
Bei der CSV konnten gegenüber Tageblatt.lu keine Details über die Gelder gemacht werden, die für Wahlzwecke verfügbar sind. Rund 15 beschädigte Plakate, vor allem im Osten, zählen bislang die Christsozialen.
«déi lénk» bleiben verschont
Der ADR, mit einem Wahlbudget von 350.000 Euro, wurden zerstörte Plakate in Mertert, Wasserbillig Bridel, Hollerich und Differdingen gemeldet. „Ärgerlich ist vor allem, wenn Wahlplakate an den großen Werbeflächen beschädigt werden, diese sind schwer ersetzbar“, so eine ADR-Sprecherin.
Die Linkspartei hat sich ein Wahlbudget von 190.000 Euro zugelegt. Von zerstörten Wahlplakaten bleiben «déi lénk» im Gegensatz zu den anderen Parteien verschont. Die Partei weiß nur von einem beschädigten Plakat in der rue des Maraîchers auf Kirchberg.
Zu Demaart
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