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Gedrängel auf 15.000 Quadratmetern

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Fulminanter Auftakt für die 23. Urlaubsmesse in Luxemburg. Noch vor der offiziellen Eröffnung drängten sich die Menschen um die Stände

as Jahr hat gut begonnen, und auch der Auftakt in den ersten Stunden zeigt, dass es einen Trend zum Urlaub in diesem Jahr gibt“, sagt Alfredo Kunkel, Tourismuschef der Luxair-Gruppe und Chef von LuxairTours.

Die Reisebranche bei Luxair hatte das vergangene Jahr bereits besser beendet als 2011. Tageblatt-Informationen zufolge soll der Gewinn im vergangenen Jahr um 50 Prozent über dem des Vorjahres gelegen haben. Der Tourismus hätte der Gruppe spekulativ also gut 7,5 Millionen Euro eingetragen.
LuxairTours hat in diesem Jahr den Stand verändert, leitet die Besucher besser hindurch.

Ein Stand für jedes Land

Bemerkenswert: Jedes Land hat innerhalb der LuxairTours-Landschaft einen eigenen Stand mit Fachleuten zur Beratung. Hotelgruppen, in denen Kunden von LuxairTours ihren Urlaub verbringen, sind überdies mit Ständen vertreten. LuxairTours präsentiert mit seinem Stand damit innerhalb der „Vakanz“ eine eigene Urlaubslandschaft.

Weiter bemerkenswert: Die Türkei war im vergangenen Jahr noch nur durch Männer vertreten. In diesem Jahr gibt es mehr Frauen als Männer an den Ständen. Unter ihnen Tonbul Kilit, geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied der Paloma-Hotelkette und Honorarkonsul für das Königreich Belgien in Antalya. Sie ist mit ihrem Bruder nach Luxemburg gekommen. Die Familie besitzt nicht nur Hotels, sondern auch eine der größten Bio-Farmen in der Türkei. Das Gemüse für das Hotel-Essen wächst auf der familieneigenen Bio-Farm. „Wir arbeiten nur in der Kategorie der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels“, sagt Frau Kilit. Das kleinste Zimmer in den Hotels hat eine Größe von 20 Quadratmetern. Das ganz neue Paloma Oceana Resort, nahe Side, wartet mit Zimmern in der Größenordnung von 40 Quadratmetern auf, und das zum Nachtpreis von um die 95 Euro.

Die Hotelkette hat ihre Häuser einerseits im Bereich Antalya, Side, Belek, andererseits im 40 Flugminuten entfernten Ismir. Der Unterschied: Im Großraum Antalya gibt es eine 300 Kilometer lange Strandlandschaft. In Ismir sind es eher kleine, intime Buchten.

Eine Messe für die weiße Industrie

Warum bewirbt sich die Gruppe um Touristen aus Luxemburg? „Unsere Gäste kommen zu 95 Prozent aus Europa“, sagt Tonbul Kilit. Nummer eins unter den Gästen, die bei uns wohnen, sind die Deutschen mit 45.000. Der Benelux-Raum steht an Nummer zwei. Aus den Niederlanden fliegen 6.000 Gäste an die türkische Riviera und wohnen in den Paloma-Hotels. Aus Belgien sind es 20.000 und aus Luxemburg 4.000.

„Wir pflegen mit unseren Messe-Auftritten unsere Gäste, die uns hier wiederfinden sollen“, sagt Tonbul Kilit. Vom Golf, eine der Attraktionen der türkischen Riviera, hat sich die Paloma-Kette verabschiedet. Nicht aber die Papillon-Hotelkette, die eines ihrer Häuser direkt neben einem Golfplatz hat. Die Kette hat im vergangenen Jahr 3.000 Luxemburger betreut und legt Wert darauf, dass man wegen der europäischen Kundschaft deutsch und französisch spricht. „Golftouristen“, sagt Suna Akim, „werden mit einem Rundum-Service betreut: Buchung der Abschlagszeiten, Shuttle zu den Golfplätzen zur Hin- und Rückfahrt. Luxemburger werden geschätzt in den Schmetterling-Hotels. Sie sind sehr nett und zuvorkommend. Das ist eine sehr gute Klientel“, sagt sie.

Größerer Andrang

Messechef Collignon verzeichnet bei der „Vakanz“ des Jahres 2014 317 Aussteller. Er rechnet mit etwa 20.000 Besuchern bis Sonntagabend. Der Andrang am heutigen Freitag sei deutlich größer als im Vorjahr, beobachtet er. Der Tourismus gilt als eine Industrie und wird als „weiße Industrie“ bezeichnet. Und der Tourismus hat sich globalisiert. Indien ist in diesem Jahr Partnerland. „Wir können auf eine 4.000 bis 5.000 Jahre alte Kultur verweisen“, sagt der Direktor der indischen Tourismusbehörde. Indien wird in diesem Jahr auf allen großen Tourismusmessen vertreten sein und hat auch Luxemburg in sein Messeprogramm aufgenommen. „Ich werde in diesem Jahr mit einer Wirtschaftsmission nach Indien reisen“, sagt Wirtschaftsminister Etienne Schneider in seiner Eröffnungsansprache. Und der Reiseveranstalter Sales-Lentz hat sich auf das Gastland bereits eingestellt und bietet eine Indien-Rundreise für 1.300 Euro an.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hat der Tourismus weltweit um fünf Prozent zugenommen. Diese „Industrie“ hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 845 Millionen Menschen bewegt. „In Luxemburg“, sagt Minister Schneider, „haben von Januar bis Oktober 2013 die Übernachtungen um 4,3 Prozent zugenommen.“ Seit einigen Jahren, so Schneider, seien es überwiegend die Schwellenländer, die Touristen anzögen. Russland weise einen Zuwachs von 28 Prozent bis zum Oktober 2013 auf, China von 22 Prozent, Brasilien von 15 Prozent.

Indien, so scheint es, hat sich nun entschlossen, zu diesen neuen Tourismusdestinationen hinzuzustoßen.