Die Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi setzen nach Angaben von Menschenrechtlern die weltweit geächtete Streumunition in der Nähe von Wohngebieten ein. In der Nacht zum Donnerstag seien mindestens drei solcher Granaten über der umkämpften Stadt Misurata explodiert, berichtete Human Rights Watch am Freitag (Ortszeit) in New York. Experten hätten die von einem «New York Times» -Reporter entdeckte Munition begutachtet und als Mörsergranaten aus spanischer Produktion identifiziert.
Streumunition sind Bomben oder Granaten, die sich über dem Gefechtsfeld öffnen und zahlreiche kleinere Sprengsätze niederregnen lassen. Bei der 120-Millimeter-Mörsergranate aus Misurata sind es 21 Bomblets, die auf eine große Fläche verstreut werden. Die bei Militärs wegen ihrer Flächenwirkung geschätzte Munition ist weltweit in der Kritik, weil sie unpräzise ist und so leicht auch Zivilisten treffen kann. Seit August vergangenen Jahres ist die Produktion, Lagerung und Verwendung von Streumunition international geächtet.
US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte in der «New York Times» den Einsatz der Streumunition. «Ein Grund, warum der Kampf in Misurata so schwierig ist, ist, dass es auf so engem Raum bebaut ist. Alles spielt sich in den Wohngebieten ab und das macht es für die Nato und für die Kämpfer gegen Gaddafi so kompliziert.» Sie hatte noch nicht vom Einsatz der Streumunition gewusst. «Aber bei Oberst Gaddafi und seinen Leuten wundert mich nichts mehr.»
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