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Frauen sind die Opfer

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Jede zweite Frau, die in Europa vorsätzlich getötet wird, wird von einem Familienangehörigen umgebracht. Das passiert auch in Luxemburg.

Rund 3300 Frauen wurden 2012 in Europa Opfer vorsätzlicher Gewaltverbrechen von Angehörigen, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten UN-Bericht hervorgeht «Das Zuhause ist für Frauen ein äußerst gefährlicher Ort», sagte Jean-Luc Lemahieu vom in Wien ansässigen UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Luxemburg wird ebenfalls in der Studie erwähnt. Die Totschlags- und Mordszahlen variieren zwischen 2 im Jahr 2004 und 10 (2010). 2011 und 2012 wurden jeweils 4 Gewaltverbrechen registriert. Die Mord-Rate liegt zwischen 0,4 und 2 Prozent. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass durch die Größe Luxemburgs jeder Mord sofort ins Gewicht fällt und die Rate nach oben schnellen lässt.

«Feuerwaffen»

Laut UN-Studie werden die meisten Gewaltverbrechen in der Hauptstadt begangen. Was die benutzten Waffen angeht, so wurde festgestellt, dass zwischen 2005 und 2011 nur selten Feuerwaffen bei Gewaltverbrechen zum Einsatz kamen. Scharfe Gegenstände (z.B. Messer) wurden etwas öfters eingesetzt. Die meisten Morde wurden aber ohne Waffen, mit bloßen Händen, begangen. Die Geschlechter-Aufteilung der Gewaltverbrechen ist in Luxemburg eindeutig. Die meisten Opfer sind laut UN Männer. Das sogenannte starke Geschlecht führt aber auch die Hitliste der Täter an.

Global fällt auf, dass etwa jede zweite Frau, die in Europa vorsätzlich getötet wird, von einem Familienangehörigen umgebracht wird. Insgesamt wurden 2012 weltweit 437.000 Menschen Opfer von Mord und Totschlag. Rund 80 Prozent von ihnen waren Männer. In der überwiegenden Zahl der Fälle tötete sie jemand, den sie nicht kannten. Mehr als die Hälfte aller Opfer starben vor ihrem 30. Geburtstag. Tote aus bewaffneten Konflikten und Kriegen wurden in der Statistik nicht mitgezählt.

Ein Täter

Die meisten Delikte wurden im südlichen Afrika und in Südamerika gezählt. Auf 100.000 Einwohner kamen dort 30 beziehungsweise 26 Tote. Ost-Asien und Europa wiesen die niedrigsten Raten auf. Fast die Hälfte aller tödlichen Gewaltverbrechen wurde mit Schusswaffen verübt.

Weltweit wird laut Vereinten Nationen in etwa 43 Prozent aller Fälle schließlich ein Täter verurteilt. Auch hier gibt es große regionale Unterschiede: In Nord- und Südamerika liegt die Rate lediglich bei rund 24 Prozent, in Europa sind es 81 Prozent.