Sonntag1. Februar 2026

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Frau wegen brutaler Attacken auf Flüchtlinge inhaftiert

Frau wegen brutaler Attacken auf Flüchtlinge  inhaftiert
(AP/Jerome Delay)

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Wegen einer Reihe von gewaltsamen Angriffen auf Flüchtlinge im nordfranzösischen Calais ist eine Frau in Untersuchungshaft genommen worden.

Die Frau soll an Eisenstangen-Attacken von drei Männern gegen Migranten am Rande des Flüchtlingslagers von Calais beteiligt gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die vier Verdächtigen waren am Montag nach monatelangen Ermittlungen gefasst worden.

Die zwischen 20 und 30 Jahre alten Männer wurden bereits am Dienstag formal beschuldigt. Sie haben gestanden, im Mai und Juni 2015 rund ein Dutzend Mal Flüchtlinge am Rande des als «Dschungel» bekannten Lagers attackiert zu haben. Die Regionalzeitung «La Voix du Nord» zitierte einen Polizeivertreter mit den Worten, die Frau habe bei den Angriffen «keine aktive Rolle» gespielt, sondern im Auto gesessen.

Spannungen

Gegen sie wird nun wegen gemeinschaftlicher bewaffneter Gewalt und unterlassener Hilfeleistung ermittelt. In dem einem Slum ähnelnden Flüchtlingslager nahe des Ärmelkanals harren tausende Flüchtlinge aus Krisenstaaten wie Syrien, Afghanistan und dem Sudan in selbstgebauten Hütten und Zelten aus. Sie hoffen, auf Fähren oder durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen.

Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen Flüchtlingen, der Polizei und Bewohnern der Region. Am Donnerstag gab das Verwaltungsgericht von Lille grünes Licht für eine Räumung des südlichen Teils des «Dschungels». Die dort lebenden Flüchtlinge – die Behörden sprechen von bis zu 1000, Hilfsorganisationen dagegen von rund 3500 – sollen größtenteils in Aufnahmezentren in anderen Landesteilen gebracht werden.

Hoffnung

Hilfsgruppen und Flüchtlinge, die gegen die geplante Räumung geklagt hatten, wollen den Richterspruch vom Donnerstag allerdings nicht hinnehmen: Ihre Anwältin kündigte am Freitag an, vor Frankreichs Obersten Gerichtshof zu ziehen.

Die Behörden begründen die geplante Räumung mit den Zuständen im «Dschungel»: Die Flüchtlinge leben dort in selbstgebauten Hütten und Zelten, es mangelt an sanitären Anlagen, die Wege verschlammen bei Regen. Zahlreiche Flüchtlinge wollen das Lager trotzdem nicht verlassen – sie hoffen, trotz aller Schwierigkeiten nach Großbritannien zu gelangen.