Freitag23. Januar 2026

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Frankreich schließt Vertretungen

Frankreich schließt Vertretungen
(Reuters/Murad Sezer)

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Frankreich hat seine diplomatischen Vertretungen in der Türkei wegen einer "realen und konkreten Bedrohung" vorerst geschlossen.

Die Botschaft in Ankara, das Generalkonsulat in Istanbul und das Konsulat in Izmir würden von Mittwochmittag an «bis auf Weiteres» geschlossen, erklärte die Botschaft. Die diplomatischen Vertretungen sagten kurzfristig die traditionellen Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, ab. «Die Information, die wir erhalten haben und die im Austausch mit den türkischen Behörden bestätigt wurde, zeigt, dass es eine reale und konkrete Bedrohung gibt», sagte der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault. Daher habe er die Festlichkeiten in den diplomatischen Vertretungen in Ankara, Istanbul und Izmir abgesagt. Das Generalkonsulat schickte eine Nachricht an französische Staatsbürger in der Türkei, dass es «übereinstimmende Informationen über eine ernste Bedrohung» gegeben habe.

Die Entscheidung zur Absage der Feiern sei in Abstimmung mit den türkischen Behörden getroffen worden. Der türkische Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte, Frankreich sei eine «Zielscheibe» der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Zugleich teilte er mit, die türkische Regierung wisse nicht, auf welcher Grundlage die Entscheidungen Frankreichs getroffen worden seien.

Erhöhte Alarmbereitschaft

Die Türkei ist nach mehreren schweren Anschlägen in erhöhter Alarmbereitschaft. Am 28. Juni richteten Attentäter am Atatürk-Flughafen in Istanbul ein Blutbad an. 47 Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, für den die Regierung den IS verantwortlich machte. Die drei Attentäter stammten demnach aus Russland, Usbekistan und Kirgistan, der Drahtzieher soll ein Tschetschene gewesen sein. Experten zufolge sollte der Anschlag die Tourismusbranche zum Start der Sommersaison treffen.

In Istanbul und Ankara hatte es in den vergangenen Monaten eine Reihe von Anschlägen auf kurdische Demonstranten, ausländische Touristen und Sicherheitskräfte gegeben, die teils der IS-Miliz, teils der kurdischen Extremistengruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zugerechnet wurden. Auch Deutschland und die USA hatten in den vergangenen Monaten ihre diplomatischen Einrichtungen in der Türkei aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen.