Der 26-Jährige wurde nach eigener Schilderung danach von Polizisten durchsucht und befragt, wie US-Zeitungen am Montag berichteten. Da sie nichts Verdächtiges feststellten, konnte er wieder gehen, verpasste aber seinen Flug mit Southwest Airlines. Khairuldeen Makhzoomi hatte nach eigener Schilderung von der Kabine aus mit einem in Bagdad lebenden Onkel telefoniert, um ihm von seiner Begegnung mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu berichten, über die er noch «aufgeregt» gewesen sei.
Bei der Veranstaltung hatte er demnach Ban eine Frage zum Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gestellt und dafür Applaus bekommen. Noch während des Telefonats habe sich eine Frau zu ihm umgedreht und ihn angestarrt, schilderte der Student laut «Washington Post» und «New York Times» den Vorfall, der sich Anfang des Monats ereignete. Da er sich nicht mehr wohl in seiner Haut gefühlt habe, habe er daraufhin das Gespräch beendet.
«Shahid» anstatt «inschallah»
Die Frau sei aufgestanden und in der Kabine nach vorne gegangen. Laut einem Statement der Airline soll ein Passagier oder eine Passagierin der Crew gemeldet haben, «potenziell bedrohliche Kommentare» mitgehört zu haben. Kurz darauf wurde Makhzoomi den Berichten zufolge aus der Maschine eskortiert. Ein arabischsprachiger Mitarbeiter der Fluggesellschaft befragte ihn nach Schilderung des Studenten in aggressiver Weise, warum er Arabisch gesprochen habe.
Er habe daraufhin gesagt: «So weit hat die Islamfeindlichkeit dieses Land gebracht.» Daraufhin sei er von einem halben Dutzend Polizisten durchsucht worden. Anschließend hätten ihn drei Beamte der Bundespolizei FBI in einem geschlossenen Raum zu seiner Familie ausgefragt. Einer der Beamten sagte laut Makhzoomi, der Passagier oder die Passagierin wolle in seinem Telefonat das Wort «Shahid», Arabisch für «Märtyrertum» gehört haben, das oft von Attentätern verwendet wird. Makhzoomi wiederum erklärt, er habe «inshallah» gesagt, was so viel bedeutet, wie «so Gott es will».
«Diskriminierung wird nicht toleriert»
Er habe dies bestritten und daraufhin in das Terminal zurückkehren dürfen, wo ihm sein Flugticket in das kalifornische Oakland erstattet worden sei, berichtete der Student weiter. Die Fluggesellschaft betonte in ihrer Erklärung, dass sie «Diskriminierungen jeglicher Art weder entschuldigt noch toleriert». Makhzoomi war den Berichten zufolge im Jahr 2010 mit seiner Mutter und seinem Bruder in die USA geflüchtet. Sein Vater war Diplomat und wurde nach seiner Schilderung unter der Regierung des früheren Machthabers Saddam Hussein hingerichtet.
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