Trotz einer teilweisen Aufhebung der Grenzschließung zwischen Griechenland und Mazedonien hat sich die Lage im grenznahen griechischen Idomeni weiter verschärft.
Die Staats- und Regierungschefs der EU haben ihre Entscheidung zum Flüchtlingsbündnis mit der Türkei vertagt. (dapd/Emmanuel Dunand)
Beim eintägigen Gipfel mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu ging es um ein umfassendes Paket, um den Flüchtlingszustrom nach Europa einzudämmen. Davutoglu überraschte dabei mit weitgehenden Plänen, die viele EU-Chefs unvorbereitet trafen. (dapd/Emmanuel Dunand)
Flüchtlinge im Hafen von Piräus: Schuhe, Dosenmilch, Babywindeln, Rasierartikel, Plastikbecher, Mineralwasser, Zahnpasta sowie haltbare Lebensmittel werden dringend vor Ort benötigt, schrieb das griechische Finanzministerium in einem Spendenaufruf am 26. Februar. (dapd/Louisa Gouliamaki)
Unterdessen bieten Schlepper neue Wege in Richtung Norden. (dapd/Robert Atanasovski)
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Der Preis für eine "neue Route" nach Mitteleuropa liege zwischen 2.500 und 3.000 Euro pro Person. Es werden Fahrten über Albanien nach Mitteleuropa oder über die Adria und das Ionische Meer nach Italien angeboten. (dapd/Robert Atanasovski)
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Es sei allerdings noch mehr Arbeit notwendig, um eine weitreichende Einigung zu erzielen, teilte der Premierminister Xavier Bettel (DP) nach Ende des Gipfels mit. (dapd/Thierry Charlier)
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Die Balkanroute ist ab Montag (7. März) offiziell geschlossen. Das wollen die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Krisentreffen in Brüssel verkünden. (dapd/Louisa Gouliamaki)
Unterdessen strandeten tausende Migranten in griechischen Aufnahmelagern. (dapd/Louisa Gouliamaki)
27. 02. 2016. "Öffnet die Grenzen" steht auf den Schildern der Flüchtlinge, die in Griechenland nahe der mazedonischen Grenze festsitzen. (dapd/Sakis Mitrolidis)
Inzwischen spitzt sich die Lage in Griechenland zu. Zehntausende Flüchtlinge sitzen dort fest. (dapd/Aris Messinis)
Die Behörden vor Ort wollen mit einer neuen Strategie den "Zustrom" an ankommenden Menschen ausbremsen. (dapd/Louisa Gouliamaki)
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"Wir nennen es kontrollierte Verlangsamung", sagte der Minister für Handelsschifffahrt, Thodoris Dritsas, im griechischen Fernsehen. Die Aktion sei notwendig geworden, nachdem in den vergangenen drei Tagen Tausende Migranten in Piräus angekommen seien. (dapd/Louisa Gouliamaki)
Bis Samstagabend sei die Zahl der in dem Ort gestrandeten Flüchtlinge auf 6500 gestiegen, berichtete die griechische Nachrichtenagentur Ana. Wegen der angespannten Lage hatte Mazedonien am Nachmittag den Grenzübergang bei Idomeni wieder geöffnet und mehrere Dutzend Flüchtlinge durchgelassen. Bis zum Ende des Tages würden wohl insgesamt 300 Flüchtlinge durchgelassen, hieß es aus Kreisen der griechischen Polizei.
Die Flüchtlinge wollen auf der sogenannten Balkanroute weiter Richtung Nordwesten in Aufnahmeländer wie Deutschland. Am Freitag hatten aber Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien angekündigt, bei der Einreise an ihren Grenzen eine Obergrenze von 580 Flüchtlingen pro Tag einzuführen. Österreichs Regierung hatte bereits vor einer Woche eine Obergrenze eingeführt. Sie akzeptiert nur die Einreise von 80 Asylbewerbern pro Tag sowie die Durchreise von täglich 3200 Flüchtlingen. Die EU-Kommission erklärte diese Deckelung für rechtswidrig.
Verstoß gegen internationales Recht
Am Freitag kritisierte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Obergrenzen Österreichs und der Balkanländer als Verstöße gegen internationales Recht. Griechenlands Staatschef Prokopis Pavlopoulos erklärte angesichts der Einreisebeschränkungen in den Balkanländern und Österreich: «Europa kann nicht gleichgültig gegenüber denjenigen unserer Partner sein, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.»
In ganz Griechenland halten sich nach Regierungsangaben derzeit mehr als 20.000 Flüchtlinge und Migranten auf. Der für Migration zuständige Vize-Innenminister Ioannis Mouzalas sagte am Samstag, die Lage in Idomeni werde binnen zwei Wochen geregelt. Seine Regierung werde im Land verteilt provisorische Flüchtlingslager einrichten, in denen 2000 bis 3000 Menschen unterkommen könnten. «Wir stehen einer Krise gegenüber, die andere provoziert haben», kritisierte Mouzalas in einem Interview mit dem Radiosender Sto Kokkino. Die geplanten provisorischen Flüchtlingslager sollten nur «für einen beschränkten Zeitraum» «elementare Bedürfnisse» der Flüchtlinge befriedigen.
Eric Rings, geboren 1979 in Esch/Alzette, studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Heidelberg und fing 2010 als Journalist beim Tageblatt an. Seit 2019 schreibt er über innenpolitische Themen.
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