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Flüchtlinge nach Luxemburg abgeflogen

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Die Umverteilung von Flüchtlingen aus Griechenland nach Luxemburg hat begonnen. Insgesamt 30 Menschen flogen am Mittwochmorgen aus Athen an Bord eines kommerziellen Fluges von Athen nach Brüssel ab.

Nach ihrer Ankunft in einem kommerziellen Flugzeug der Aegean Air in Brüssel, sollen die 30 Flüchtlinge nach Luxemburg fahren, wo sie aufgenommen werden sollen. Bei den Schutzsuchenden handelt es sich um vier Familien aus Syrien und zwei aus dem Irak. Darunter sind 16 Kinder, davon zwei mit Behinderung.

An der kleinen Feier im Flughafen Athens nahmen der griechische Regierungschef Alexis Tsipras, der Präsident des Europäischen Parlamentes Martin Schulz, der für die Migration zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos sowie der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn teil, wie das griechische Fernsehen berichtete.

Zukunft in Luxemburg

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sagte am Mittwoch, dies sein «nur ein Anfang, aber ein sehr, sehr wichtiger Anfang». Zugleich kritisierte er, die Praxis einiger EU-Länder, mit Stacheldrahtzäunen an den Grenzen die Flüchtlinge außer Landes zu halten, sei nicht vereinbar mit den Werten der EU. Tsipras sagte an die Adresse der Flüchtlinge gewandt: «Heute haben Sie die Möglichkeit, eine Reise in die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu machen.» Das sei nur der Anfang und nicht die Lösung. Es sei die gemeinsame Verantwortung der Europäer, das Drama der Flüchtlinge in der Ägäis zu beenden, das für Europa «beschämend» sei. Tsipras schlug erneut die Bildung von Registrierzentren in der Türkei vor. Von dort könnten dann die Menschen in Europa umverteilt werden ohne die gefährliche Reise über die Ägäis unternehmen zu müssen.

«Es dürfte eigentlich kein Problem sein, unter 570 Millionen Einwohnern in der EU diese Menschen verteilen zu können», sagte Schulz. Er bedankte sich bei den Griechen, die den Flüchtlingen trotz einer der schlimmsten Finanzkrisen ihrer Geschichte helfen würden.

Umverteilung

Das Umsiedlungsprogramm war im September von einigen EU-Ländern beschlossen worden. Es sieht die Umverteilung von knapp 160.000 Schutzsuchenden aus Italien und Griechenland nach Nord- und Westeuropa vor. Den Anfang machten vor einem Monat 19 Eritreer, die von Rom nach Schweden geflogen wurden. Bisher wurden laut EU-Kommission 86 Flüchtlinge umverteilt.

Im Anschluss sind Gespräche zwischen Schulz und Tsipras über die Flüchtlingskrise geplant. Am Donnerstag wollen die beiden Politiker die Insel Lesbos besuchen, auf der täglich von der Türkei aus über das Meer kommende Flüchtlinge landen.

Ausweisung

Mit einem Sonderflug von Athen nach Islamabad in Pakistan sollen 70 aus Pakistan stammende Migranten am Mittwochabend aus Griechenland ausgewiesen werden. Wie die griechische Presse unter Berufung auf die Polizei weiter berichtete, wird die Rückführung der Migranten von der EU finanziert. Diese Menschen hätten keinen Anspruch auf ein Asyl in der Europäischen Union, hieß es. Aus Sicherheitsgründen würden an Bord des Sonderfluges auch 120 Polizisten sein, berichtete die Athener Zeitung «Kathimerini».

Nach Angaben der Polizeidirektion von Athen wurden seit Juni 2014 bereits rund 6500 Migranten, die kein Asylrecht hatten, in ihre Heimat zurückgebracht. Griechische Medien werteten dies als «Tropfen auf den heißen Stein». Allein im Oktober sind nach offiziellen Angaben mehr als 200 000 Flüchtlinge und Migranten auf den Ostägäisinseln angekommen.

Fünf Flüchtlinge ertrunken

Am Dienstagabend waren vor Lesbos erneut fünf Flüchtlinge nach dem Kentern eines Bootes ertrunken – darunter auch zwei Kinder. Wie die Küstenwache weiter mitteilte, wurden etwa 40 Menschen gerettet. Binnen vier Tagen tamen in der Ägäis mindestens 60 Menschen um.

Vor allem auf der griechischen Insel Lesbos herrschen zurzeit schlimme Zustände. Wegen eines seit Montag andauernden Streiks der Seeleute fielen am Mittwoch – am dritten Tag in Folge – alle Fährüberfahrten aus. Deshalb konnten keine Flüchtlinge von den Inseln zum Festland gebracht werden. Schätzungen von örtlichen Medien nach warteten allein im Hafen von Mytilini auf Lesbos mehr als 6000 Menschen auf die Überfahrt nach Piräus. Am späten Dienstagabend kam es zu Demonstrationen verzweifelter Migranten, die nach Westeuropa weiterwollen. «Athen, Athen!», skandierten sie und forderten, aus Lesbos abgeholt zu werden, wie das griechische Fernsehen zeigte.

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