Die Journalistin E.L. und der Kameramann I.R. hielten sich am Donnerstag an einer Straße in der Hauptstadt auf, in der Hoffnung, auf die Rechtsanwältin Beatriz Garcia zu stoßen. Sie wollten diese Person, die schon im Gefängnis gesessen hätte, zu einem spanischen Korruptionsfall interviewen. Aus diesem Grund parkten sie ihren Wagen in der Nähe des Büros der Rechtsanwältin am Boulevard Royal und warteten ab. „Es war reiner Zufall, dass sich dieses Büro in der Nähe der Zentralbank befindet“, erklärte die Journalistin gegenüber dem Tageblatt. „Wir interessierten uns nur für Frau Garcia.“
„Put your hands up“
Doch zum Interview war es nicht gekommen. „Wir haben Frau Garcia nicht zu Gesicht bekommen, da unser Wagen plötzlich von bewaffneten Polizisten umzingelt war“, so die Journalistin. An die genaue Zahl der Beamten kann sich E.L. nicht erinnern, nur dass es mehr als sieben gewesen sein mussten. „Im ersten Moment haben wir die Welt nicht mehr verstanden“, erklärte E.L. „Wir hatten Angst.“
Die Polizei wollte dann wissen, was die beiden an diesem Ort vorhatten. „Sie sagten uns, dass jemand von der Zentralbank sie gerufen hätte, der zwei verdächtige Personen vor dem Gebäude beobachtet hätte“, so E.L. Die Polizei sei sehr grob mit den beiden Journalisten umgegangen. „Wir durften uns nicht bewegen, nicht einmal in meine Handtasche durfte ich greifen“, erinnerte sich die Journalistin. „Hands clear“ hätte es geheißen. Unverhältnismäßig sei auch das Verhalten der Polizei gegenüber dem Kameramann gewesen, der bei Minustemperaturen die Hände längere Zeit auf dem Auto halten musste und sich keine Handschuhe anziehen durfte.
Nichts falsch gemacht
„Wir standen ganz offen mit unserer Kamera in der Straße, nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagte E.L. Die Polizei hätte dann ihre Personalausweise, ihre Pässe und die Journalisten-Ausweise kontrolliert. „Sie wollten von uns wissen, ob unsere Ausweise gestohlen wären“, so die Journalistin. Anschließend wurden die beiden zum Polizeibüro gebracht. Die Polizei hätte die Ausweise kontrolliert und festgestellt, dass alles in Ordnung sei. Eine knappe Stunde hätten sie im Polizeibüro verbringen müssen, danach konnten sie gehen.
Die Journalisten des spanischen Fernsehens geben der Polizei für den Vorfall nicht die Schuld. „Die Polizei hat nur ihre Arbeit gemacht. Wir verstehen, dass im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Angst vor Terroranschlägen die Polizei besonders sensibilisiert ist.“
Zu Demaart
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