Samstag31. Januar 2026

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EZB senkt Leitzins auf 0,25 Prozent

EZB senkt Leitzins auf 0,25 Prozent

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Die EZB verschärft ihren Krisenkurs. In einem historischen Schritt machen die Währungshüter das Geld im Euroraum so billig wie nie. Grund dürften Ängste vor Deflation sein.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verschärft ihren Krisenkurs. Die Notenbank reagierte am Donnerstag auf die zuletzt extrem niedrigen Inflation im Euroraum und senkte ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent. Das teilte die EZB in Frankfurt mit.

Die Börse feierte die Entscheidung mit einem Kursfeuerwerk: Der Eurokurs fiel rapide von mehr als 1,35 auf unter 1,34 Euro.

Die Teuerung im Euroraum war im Oktober auf 0,7 Prozent gesunken – den tiefsten Stand seit vier Jahren. Das hatte Forderungen nach noch billigerem Zentralbankgeld und einem Leitzins noch unter dem bisherigen Rekordtief von 0,5 Prozent neue Nahrung gegeben. Das billige Geld soll helfen, eine deflationäre Abwärtsspirale aus fallenden Verbraucherpreisen und schwachem Wirtschaftswachstum zu verhindern.

Ökonomen rechneten mit einer Zinspause

Das belgische Ratsmitglied Luc Coene hatte kürzlich betont, dass «ein weiterer Fall der Inflation ein geldpolitisches Handeln rechtfertigen» könne. Die meisten Ökonomen hatten dennoch mit einer Zinspause gerechnet.

Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das stärkt den Preisauftrieb. Die EZB sieht Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent Jahresteuerung. Zuletzt lag die Inflationsrate im Januar bei 2,0 Prozent, seither teils deutlich drunter. Üblicherweise orientiert sich die EZB nicht an einzelnen monatlichen Inflationsdaten, sondern am mittelfristigen Ausblick. Und: Zum Teil ist der geringe Preisdruck eine Folge der politisch gewollten Sparmaßnahmen in einigen Krisenländern.

Überraschende Maßnahme

Der historische Zinsschritt kommt auch deshalb überraschend, weil die Wirtschaft im Euroraum die Rezession verlassen hat und 2014 – auch nach EZB-Prognosen – wieder wachsen wird. Allerdings sei die wirtschaftliche Erholung «schwach, fragil und ungleichmäßig», wie das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen kürzlich betonte.

Großbritanniens Notenbank behält ihre lockere geldpolitische Linie bei. Wie die Bank of England am Donnerstag in London mitteilte, bleibt der Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent.