Im Prozess um die «Vatileaks»-Enthüllungen ist der Ex-Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das vatikanische Gericht sprach ihn am Samstag des Diebstahls schuldig.
" class="infobox_img" />Der reuige Kammerdiener soll ins Gefängnis. (dpa)
Paolo Gabriele habe vertrauliche Unterlagen gestohlen und sich damit des Diebstahls schuldig gemacht. Staatsanwalt Picardi hatte am Samstag vor dem vatikanischen Tribunal drei Jahre Haft gefordert. Gabrieles Verteidigerin Cristina Arru sagte hingegen, ihr Mandant habe nichts gestohlen, sondern sich die Papiere nur zu Unrecht angeeignet. Falls er aber für Diebstahl verurteilt werden solle, dürfe es nur die Mindeststrafe für einfachen Diebstahl sein – drei Tage.
Gabriele sagte in seinem Schlusswort, er habe aus tiefer Liebe zu der Kirche und zum Papst gehandelt. «Ich fühle mich nicht als Dieb.» Das berichteten vom Vatikan zugelassene Prozessbeobachter am Samstag nach der Verhandlung.
Begnadigung wahrscheinlich
Gabriele konnte zunächst nach Hause zu seiner Frau und seinen drei Kindern gehen. Er stehe weiter unter Hausarrest, bis über eine Berufung entschieden sei, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Die Verteidigung habe dafür drei Tagen Zeit. «Es ist nicht gesagt, dass es keine Berufung gibt.» Eine Begnadigung durch Papst Benedikt XVI. sei eine «sehr konkrete und sehr wahrscheinliche Möglichkeit», sagte Lombardi.
Nun solle zügig das abgetrennte Verfahren gegen den wegen Begünstigung angeklagten Informatiker Claudio Sciarpelletti fortgesetzt werden, hieß es. Bei ihm war ein Umschlag mit Papieren gefunden worden, die aber nicht vertraulich waren.
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