Die Komplizin des Mädchenmörders Marc Dutroux und der Vater eines der Opfer haben sich getroffen. Die anwesenden Mediatoren äußerten sich nicht zum Inhalt des Gesprächs zwischen Michelle Martin und Jean-Denis Lejeune am Freitagabend. Einer von ihnen sagte jedoch der belgischen Nachrichtenagentur Belga, das Treffen habe in «ruhiger Atmosphäre» stattgefunden und drei bis dreieinhalb Stunden gedauert. «Es bleibt eine emotionale Begegnung. Alles ist ruhig abgelaufen», sagte er. Lejeune habe Fragen gestellt. Das Gespräch fand an einem geheimen Ort statt.
" class="infobox_img" />Die vorzeitige Haftentlassung der Ex-Frau des Kinderschänders hatte weltweit für Empörung gesorgt. (dpa)
Michelle Martin ist im August nach 16 Jahren unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen worden. Sie lebt in einem Nonnenkloster im Örtchen Malonne. Martin hatte um das Treffen gebeten. Sie war als Mittäterin von Marc Dutroux zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Dutroux entführte und vergewaltigte in den 90er Jahren sechs Mädchen und junge Frauen. Vier von ihnen starben. Dutroux selbst soll lebenslang hinter Gittern bleiben.
Klage gegen Journalist?
Bei dem mehrstündigen Gespräch von Martin und Lejeune soll ein Journalist eine knappe Stunde lang über das Telefon mitgehört haben. Beide Parteien wollten am Montag gegen den unerwünschten Zuhörer Klage einreichen, meldete Belga.
Einer der anwesenden Mediatoren habe ein laufendes Telefonat nicht vor dem Gespräch beendet, schrieb Belga unter Berufung auf mehrere Zeitungen. Eine Zeitung habe die Gelegenheit genutzt, einen Ausschnitt aufgezeichnet und veröffentlichen wollen, teilten die Anwälte von Martin und Lejeune mit. Sie erinnerten in einer Mitteilung an die Vertraulichkeit des Treffens. «Diese Vertraulichkeit ist in ihren [Martins und Lejeunes] Augen essenziell und nichts rechtfertigt, dass sie verletzt wird.» Die Aufzeichnung und Verbreitung sei strafbar. Auch der belgische Journalistenverband AJP verurteilte die Veröffentlichung der Gesprächsdetails durch die Zeitung scharf.
«Sudpresse» verteidigte ihr Vorgehen am Sonntag auf der eigenen Internetseite. «Wir haben nur unsere Pflicht als Journalisten getan», hieß es dort. Eine Aufzeichnung des Gesprächs habe es nicht gegeben, die Verbindung über das Handy bestätigte das Blatt nicht. Stattdessen habe die Redaktion über eine «interne Quelle bei dem Treffen» Einzelheiten erfahren. Allzu private Details seien nicht veröffentlicht worden.
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